Die Grazer Innenstadt kriselt: Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmansdorfer (ÖVP) und Hotelier Helmut Marko fordern „Leuchttürme“, um die Frequenz endlich wieder anzukurbeln.
„Eine funktionierende Stadt braucht drei Leuchttürme – Wirtschaft, Kultur und Sport. In Graz fehlt dafür aber offenbar das Interesse der Politik.“ Helmut Marko nahm sich am Dienstag in gewohnter Weise kein Blatt vor den Mund, wenn es um „seine“ Stadt geht. Das ehemalige Mastermind von Red Bull Racing zeichnet einen wenig erbaulichen Status quo seiner Heimatstadt: „Unsere kulturellen Aushängeschilder wie Styriarte und steirischer herbst haben international an Relevanz verloren, um ein Fußballstadion wird seit Jahren herumlamentiert, und die Leerstände in der Innenstadt sprechen für sich.“
Die Frequenz in der Grazer Innenstadt ist im Jahr 2024 um eine Million Besucher zurückgegangen – im ersten Halbjahr 2025 waren es wieder knapp 570.000 weniger. Für das komplette Vorjahr fehlen noch die Zahlen, es darf aber davon ausgegangen werden, dass sich der Trend nicht umgekehrt hat. „Es wird Zeit, ein Zeichen zu setzen, dass in Graz auch was anderes geht, außer neue Straßenbahnlinien und Radwege zu bauen“, schüttelt Marko den Kopf.
„Brauchen wieder Visionen“
Gemeinsam mit Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmansdorfer (ÖVP) setzte er sich jetzt mit der Wirtschaftskammer ins Boot, um Druck aufs Rathaus aufzubauen. „Es braucht wieder Visionen für unsere Stadt, unsere lautet: Graz soll bis 2040 auf der Hitliste von europäischen Städtetouristen unter den besten zehn sein“, stellt Bernhard Bauer, Regionalstellenleiter der WKO Graz, klar.
Deshalb bringt er etwa wieder die abgesagte Surfwelle auf der Mur aufs Tableau. „Da geht’s um reine Prioritätensetzung seitens der Politik: Statt einer Beruhigung der Kaiserfeldgasse könnte man um weniger Geld auch die Surfwelle bauen und so, einhergehend, mit einem vernünftigen Gastro-Angebot, die Murpromenade beleben.“ Er verweist dabei etwa auf Städte wie Marburg, Laibach, aber auch Salzburg und Wien, wo der Fluss jeweils ins Stadtleben integriert ist.
Minister Hattmansdorfer verwies auf die Hilfe des Bundes für den stationären Handel und appellierte gleichzeitig an die Stadtpolitik, sich den Themen Erreichbarkeit und Lebensqualität anzunehmen. „Der Tourismus ist die Wirtschaftslokomotive Österreichs, diese Chancen sollte auch Graz nutzen.“
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