Monopol am Prüfstand

Wie der Staat am Glücksspiel mehr verdienen könnte

Wirtschaft
02.02.2026 12:09
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Regierung plant eine Novelle des Glücksspielgesetzes und will dabei weiter auf das Monopol setzen. Das könnte Spieler auf den Schwarzmarkt treiben und den Staat Millionen kosten, warnen Experten.

Der aktuelle Gesetzesentwurf sieht massive Eingriffe in den Spielverlauf vor, die den Spielerschutz erhöhen sollen. Geplant sind Verschärfungen wie niedrigere Einsatz- und Gewinngrenzen, verpflichtende Verlustlimits sowie Spielverlangsamungen.

Experten empfehlen Marktöffnung
Diese würden das legale Angebot jedoch unattraktiv machen, so eine Studie des „Branchenradar“. Hält man am Monopol im Online-Bereich fest, treibe das daher Spieler in die Illegalität – was massiv niedrigere Steuereeinahmen bedeuten würde. Statt erhoffter Verbesserungen droht laut den Studienautoren bis 2031 ein Einnahmeverlust von 300 Mio. Euro im Vergleich zum Status quo. Die Studienautoren empfehlen als Alternative eine kontrollierte Marktöffnung über Lizenzen.

„Ohne Wettbewerb und bei Fehlen eines attraktiven, legalen Angebots drängen solche Restriktionen die Spieler unweigerlich in den unregulierten, internationalen Online-Markt – mit fatalen Folgen für Spielerschutz und Staatshaushalt“, so Studienautor Andreas Kreutzer. Technische Hürden wie DNS-Blocking, das den Zugriff auf Websites blockiert oder Payment-Blocking, das Zahlungen sperrt, seien international wirkungslos geblieben.

Studie: Deutlich mehr Einnahmen bei Marktöffnung
Die wirtschaftlichen Folgen der Reform wären laut der Berechnung gravierend. Im Worst-Case-Szenario würde die Kanalisierungsrate der Spieler in den legalen Markt – konkret die von den Lotterien betriebene Website win2day.at – bis 2031 auf 27,8 Prozent fallen. Die kumulierten Steuereinnahmen würden im Prognosezeitraum 2026 bis 2031 auf nur noch 600 Mio. Euro sinken. Im Gegensatz dazu verspricht das Modell einer kontrollierten Marktöffnung deutlich höhere Erträge. Bei einer Liberalisierung mit 15 Lizenzen und strengen Auflagen prognostiziert Branchenradar Steuereinnahmen von bis zu 1,88 Mrd. Euro sowie eine Kanalisierungsrate von über 85 Prozent.

Nur ein funktionierender regulierter Markt ermögliche effektive Schutzmaßnahmen wie Alterskontrollen, Limits und das Monitoring des Spielverhaltens, betont die Studie. Instrumente des Spielerschutzes würden ihre Wirkung verlieren, wenn Nutzer das legale System umgehen. Kreutzer empfiehlt der Regierung daher, das Monopol zugunsten eines modernen Lizenzsystems aufzugeben, um sowohl den Spielerschutz als auch die fiskalischen Interessen des Staates zu sichern.

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