Wegen Epstein-Affäre

Hochrangiger britischer Politiker in Bedrängnis

Außenpolitik
02.02.2026 08:40
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach der Veröffentlichung weiterer Akten über den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ist nicht nur der bereits tief mit dem Skandal verwickelte britische Ex-Prinz Andrew weiter in Bedrängnis geraten, sondern auch ein weiterer hochrangiger britischer Politiker. Der ehemalige Botschafter in den USA, Peter Mandelson, ist wegen mutmaßlicher Verbindungen zu Epstein aus der Labour-Partei ausgetreten.

Mandelson war bereits zuvor wegen seiner Verbindungen zu Epstein von seinem Botschafter-Posten in den USA abberufen worden. Der Politiker war mit Epstein, der über Jahre einen Missbrauchsring betrieben hatte, auch nach Bekanntwerden der Vorwürfe verbunden geblieben. Im Zuge der jüngsten Veröffentlichung von Dokumenten im Fall Epstein durch das US-Justizministerium waren weitere Verstrickungen Mandelsons ans Licht gekommen. So soll britischen Medienberichten zufolge aus den Akten hervorgehen, dass Epstein in der Vergangenheit Geld an Mandelson überwiesen habe.

Peter Mandelson musste sich auch in einem BBC-Interview unangenehmen Fragen stellen.
Peter Mandelson musste sich auch in einem BBC-Interview unangenehmen Fragen stellen.(Bild: AFP/JEFF OVERS)

In seinem Brief schrieb Mandelson nun laut der Nachrichtenagentur PA, er sei an diesem Wochenende erneut mit der Aufregung um Epstein in Verbindung gebracht worden, und „bedauere dies zutiefst“. „Die meiner Meinung nach falschen Behauptungen, er habe mir vor 20 Jahren Geld gezahlt, von denen ich keine Aufzeichnungen habe und an die ich mich nicht erinnern kann, müssen von mir untersucht werden“, hieß es demnach weiter. Daher trete er aus der Labour-Partei aus, um der Regierungspartei „weitere Peinlichkeiten“ zu ersparen.

Auch in der Slowakei ist es zu einem Rücktritt gekommen: Der ehemalige Außenminister Miroslav Lajčák erklärte am Wochenende seinen Rücktritt als Regierungsberater. Er sei damit einer Forderung der Opposition sowie von Teilen der Koalition nachgekommen, berichtete die Agentur TASR. Zuvor hatte das Nachrichtenportal „360tka“ Chatprotokolle aus den nun herausgegebenen Dokumenten veröffentlicht.

„Wahrscheinlich zu jung für dich“
Den Akten zufolge hat der US-Multimillionär Epstein Lajčák junge Frauen angeboten. Sie seien „wahrscheinlich zu jung für dich“, habe Epstein geschrieben, worauf Lajčák geantwortet habe: „Du hast mich nicht in Action erlebt.“ Der Politiker habe im Gegenzug seine Kontakte zu Robert Fico angeboten. Lajčák wies die Vorwürfe zurück: „Ich stehe unter Schock.“ Er habe nie mit Epstein über Frauen gesprochen und auch keine Treffen für diesen organisiert.

Musk und Epstein schrieben sich E-Mails
Unter den mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten, Tausende Videos und weit mehr als 100.000 Fotos verbergen sich auch Informationen über die beiden Tech-Milliardäre Elon Musk und Bill Gates. Von Musk gibt es unter anderem einen E-Mail-Austausch aus dem Jahr 2012 mit Epstein, in dem Musk anscheinend einen Besuch auf Epsteins Insel organisiert und diesen fragt, an welchem Tag die „wildeste Party“ dort steigen werde.

Musk betonte am Samstag auf seiner Plattform X, nur sehr wenig Kontakt zu gehabt zu haben. Er sei sich bewusst gewesen, „dass einige E-Mail-Korrespondenzen mit ihm falsch interpretiert und von Kritikern dazu benutzt werden könnten, meinen Namen zu beschmutzen“.

Bill Gates und „Folgen von Sex mit russischen Mädchen“
Der Name von Microsoft-Gründer Gates kommt in zwei E-Mails vor, die 2013 offenbar von Epstein an sein eigenes Konto geschickt wurden, wie US-Medien berichten. Darin gibt Epstein an, Gates Medikamente besorgt zu haben, „um mit den Folgen von Sex mit russischen Mädchen fertig zu werden“. In einer Stellungnahme, aus der mehrere Medien zitieren, sagte ein Gates-Sprecher: „Diese Behauptungen – von einem erwiesenen, verärgerten Lügner – sind absolut absurd und völlig falsch.“

Die reine Nennung oder Abbildung in den Epstein-Akten ist kein Hinweis auf ein Fehlverhalten. Viele der bereits früher identifizierten Personen stritten eine Verstrickung in Epsteins kriminelle Machenschaften stets ab.

Trump kommt ebenfalls häufig in den Akten vor
Der Name von US-Präsident Donald Trump kommt in den neuen Akten häufig vor – nach Angaben der „New York Times“ in mindestens 4500 Dokumenten. Trump kannte Epstein gut, wie frühere Fotos der beiden zeigen. Allerdings gibt es keine Hinweise auf eine Verwicklung des Republikaners in den Skandal. Der US-Präsident bestreitet jegliche Verwicklung in die kriminellen Machenschaften.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt