Die neuen Epstein-Files umfassen zahlreiche prominente Namen. Darunter befinden sich die reichsten und mächtigsten Menschen der Welt. Neben Donald Trump werden auch Microsoft-Gründer Bill Gates grauenhafte Dinge vorgeworfen – und ein anderer Milliardär wollte sich mal „richtig austoben“.
Das Justizministerium hat am Freitag die bislang umfangreichste Sammlung von Jeffrey-Epstein-Akten veröffentlicht, eine riesige Tranche mit weiteren drei Millionen Seiten an Dokumenten und Tausenden von Videos und Bildern.
Darin kommen zahlreiche prominente Namen vor. Die Enthüllungen sind höchst unangenehm – selbst für die wohlhabendsten Menschen der Welt. Darunter: Donald Trump, Elon Musk und Bill Gates.
Schwere Anschuldigungen gegen Gates
Epstein verfasste 2013 Notizen über den Microsoft-Mitbegründer, in denen er behauptete, Gates habe außereheliche Affären gehabt. Der Pädokriminelle schickte diese E-Mails offenbar an sich selbst; ob sie an Gates weitergeleitet wurden, ist nicht bekannt.
Der Inhalt dieser langen Mitschriften bringt den Milliardär in arge Bedrängnis. In einer im Tagebuchstil gehaltenen Nachricht schrieb der verurteilte Sexualstraftäter, er habe Gates dabei geholfen, Medikamente zu beschaffen, um die „Folgen von Sex mit russischen Mädchen“ zu bewältigen. Er habe immer wieder für Gates geheime Treffen mit „verheirateten Frauen“ organisiert.
Dabei hätte sich der Tech-Mogul und weltbekannte Philanthrop eine Geschlechtskrankheit zugezogen und um Antibiotika gebeten, um sie seiner damaligen Frau Melinda „heimlich“ zu verabreichen.
Ein Sprecher von Gates wies die Vorwürfe entschieden zurück: „Diese Behauptungen – aus der Feder eines bewiesenen, frustrierten Lügners – sind absurd und völlig falsch. Die Dokumente zeigen nur Epsteins Enttäuschung über die gescheiterte Beziehung zu Gates und seinen Versuch, diesen zu diffamieren.“ Die Einträge seien laut „New York Times“ kurz nach dem gescheiterten Vorstoß, eine Kooperation zwischen Gates’ Stiftung und JPMorgan Chase zu vermitteln, von Epstein verfasst worden.
Musk plötzlich im Rampenlicht
Auch Tesla-Chef Musk, der Gates und Trump öffentlich für ihre Verbindungen zu Epstein kritisierte, taucht in den neu veröffentlichten Akten auf. In den Jahren 2012 und 2013 habe der Tech-Mogul vorgeschlagen, den Sexualstraftäter auf seiner berüchtigten Inselanlage zu besuchen. In einer Nachricht fragt Musk: „An welchem Tag oder Nacht findet die wildeste Party auf deiner Insel statt?“
Ich möchte mich (...) richtig austoben.

Elon Musk
Bild: AFP/ALAIN JOCARD
Vor einer geplanten Karibikreise 2013 schrieb Musk Epstein demnach erneut an. Der Südafrikaner sprach im Zuge des Schriftverkehrs von Stress und dem Verlangen, sich zu entspannen: „Ich habe dieses Jahr bis an die Grenzen meiner geistigen Belastbarkeit gearbeitet, und deshalb möchte ich, sobald meine Kinder nach Weihnachten nach Hause gefahren sind, unbedingt die Partyszene in St. Barts oder anderswo unsicher machen und mich richtig austoben“, heißt es in einer Nachricht an Epstein. Ob Musk die Reise tatsächlich antrat, ist bisher unklar.
Auch der britische Milliardär Richard Branson taucht in den Akten auf. Wie Reuters berichtet, forderte er Epstein in einer Nachricht auf, seinen „Harem“ beim nächsten Treffen mitzubringen.
Verifizieren lassen sich all diese Angaben nicht. Keiner der Genannten wurde bisher offiziell beschuldigt. Die reine Nennung oder Abbildung in den Epstein-Akten sind keine Beweise für ein tatsächliches Fehlverhalten.
Trump-Akten kurzfristig offline
Das Justizministerium wird zudem für nachlässigen Opferschutz kritisiert. Eine Gruppe von Epstein-Überlebenden veröffentlichte eine Erklärung, in der das Ressort dafür verurteilt wird, dass es die Namen der Opfer nannte, während es in einigen Fällen die Namen der Beschuldigten schwärzte.
Passagen über Trump wurden offenbar versehentlich veröffentlicht. Darin wird dem US-Präsidenten sexuelle Gewalt gegenüber einer Minderjährigen vorgeworfen. Eine Bestätigung gibt es dafür nicht, die Schriften wurden dennoch wieder offline genommen. Erst auf öffentlichen Druck hin wurden die Seiten erneut zur Verfügung gestellt. Die Dokumente enthalten zudem Listen der US-Bundespolizei FBI mit größtenteils anonym erhobenen Anschuldigungen gegenüber Trump. Das FBI ging demnach einigen dieser Hinweise nach und stufte diese zum Teil als nicht glaubhaft ein.
„Die jüngste Veröffentlichung der Jeffrey-Epstein-Akten wird als Transparenz verkauft, aber in Wirklichkeit werden dadurch die Überlebenden bloßgestellt“, heißt es in der Erklärung. „Wieder einmal werden die Namen und identifizierenden Informationen der Überlebenden offengelegt, während die Männer, die uns missbraucht haben, im Verborgenen bleiben und geschützt werden. Das ist empörend“, heißt es dazu von lebenden Epstein-Opfern.
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