Wegen hoher Inflation

Kocher: EZB muss Zinsen in nächster Zeit erhöhen

Wirtschaft
11.05.2026 11:02
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Von krone.at

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird laut Ratsmitglied Martin Kocher demnächst die Zinsen erhöhen. „Wenn sich die Lage nicht deutlich verbessert, wird an einem Zinsschritt in der nächsten Zeit kein Weg vorbeiführen“, sagte er am Montag.

Der Verzicht auf eine Zinserhöhung im April sei vertretbar gewesen. Die Notenbank dürfe mit einer Straffung der Geldpolitik aber nicht zu lange warten, falls die Energiepreise nicht bald nachgäben. Der Krieg im Nahen und Mittleren Osten habe eine Phase beginnender wirtschaftlicher Erholung in Europa getroffen, vor allem in Deutschland und Österreich. Entscheidend für Entwicklungen in der Wirtschaft und am Arbeitsmarkt sei, wie lange der Krieg andauern würde.

Sollte der Krieg anhalten und die Energiepreise hoch bleiben, steige das Risiko höherer Lohnabschlüsse und damit zusätzlicher Preisdynamik, sagte Kocher in einem Interview mit der Schweizer Neuen Züricher Zeitung (NZZ). Allerdings könnten sich die Effekte von der Inflationswelle der Jahre 2021 und 2022 unterscheiden, da die Nachfrage inzwischen schwächer sei und es Unternehmen schwerer falle, höhere Preise durchzusetzen.

EZB-Vize will mehr Daten zu Iran-Folgen
Mit Blick auf die Vereinigten Staaten warnte der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) vor politischer Einflussnahme auf die Geldpolitik. Es sei legitim, wenn Regierungen Notenbanken inhaltlich kritisierten. „Wenn aber über starken persönlichen Druck versucht wird, Einfluss zu nehmen, schränkt das die Unabhängigkeit einer Notenbank potenziell ein“, sagte er und verwies auf die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump. Im EZB-Rat könne kein einzelnes Land die Entscheidungen dominieren.

Die nächste Zinssitzung wird am 11. Juni abgehalten. Man werde sich datenabhängig von Sitzung zu Sitzung entscheiden, sagte Kocher. Der scheidende Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Luis de Guindos, will vor der Entscheidung mehr Daten abwarten. Dabei bezog er sich auf die Konjunkturdaten der kommenden Wochen und die weitere Entwicklung im Iran-Krieg. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte zuletzt in der vergangenen Woche erklärt, dass die EZB ständig hin- und hergerissen sei zwischen dem Risiko, zu schnell zu reagieren, und dem Risiko, zu spät zu reagieren. Mehrere Ratsmitglieder sprachen sich für eine Zinserhöhung im Juni aus, darunter neben Kocher etwa Joachim Nagel, Präsident der deutschen Bundesbank.

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