"Schmutzige Bombe"?

Radioaktives Material in der Ukraine beschlagnahmt

Ausland
06.05.2014 12:38
Der ukrainische Geheimdienst (SBU) hat am 30. April in Czernowitz 1,5 Kilogramm radioaktives Material beschlagnahmt, das illegal aus der separatistischen Region Transnistrien in die Ukraine transportiert worden sein soll. Dies gab das ukrainische Innenministerium in einer Pressemitteilung am Montag bekannt.

Laut dem Geheimdienst hätte das Material, in dem auch Uran 235 vermutet wird, für den Bau einer "schmutzigen Bombe" dienen können. Der SBU vermutet, dass die Bombe bei Straßendemonstrationen im Südosten des Landes eingesetzt hätte werden sollen, um die politische Situation weiter zu destabilisieren.

Es sei, in einem Behälter versteckt, in einem Fahrzeug mit "ausländischem Kennzeichen" aus Transnistrien in die Ukraine transportiert worden. Es seien neun Personen festgenommen worden, acht Ukrainer und ein Russe.

KGB spricht von Provokationen
Der transnistrische Geheimdienst KGB wies die Anschuldigungen am Dienstag zurück. Die Sicherheitsbehörde der separatistischen Region betont, dass es in Transnistrien keine radioaktiven Stoffe gebe und beschuldigt den SBU der vorsätzlichen Desinformation. "Der KGB bringt seine Besorgnis bezüglich der Provokationen seitens der Behörden in Kiew zum Ausdruck und empfiehlt ihnen, von Unterstellungen abzusehen, welche die Öffentlichkeit absichtlich desinformieren", wird der transnistrische Geheimdienst von den Nachrichtenagenturen zitiert.

"Würden an Destabilisierungsaktionen nicht teilnehmen"
Auch bestritten die Behörden in der transnistrischen Hauptstadt Tiraspol, dass sie einen militärischen Angriff gegen die Ukraine vorbereiten würden und dass sich Bürger der Region Transnistrien an Destabilisierungsaktionen in der Ukraine beteiligen würden. Der Ukraine-Konflikt war in der vergangenen Woche auch auf die südukrainische Stadt Odessa übergegriffen, die nahe an der abtrünnigen Region Transnistrien liegt.

Im Jahr 2006 stimmte die Bevölkerung von Transnistrien mit einer überwältigenden Mehrheit von 97,1 Prozent für die Angliederung an Russland. 60 Prozent der Bewohner des Gebiets sind russischsprachig, sie sind etwa zur Hälfte Russen und zur anderen Hälfte Ukrainer.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
06.05.2014 12:38
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung