In Graz dreht sich heute alles im Dreivierteltakt: Im schönsten Ballsaal der Steiermark steigt am Abend die 25. Opernredoute. Zahlreiche Promis tanzen an, darunter ein besonderer Ehrengast: Marco Stucin, Botschafter von Slowenien. ÖVP-Chefin Manuela Khom bittet ihn in ihre Loge. Eine Spitze gegen Landeshauptmann Mario Kunasek?
Gut ein Jahr lang fiel die steirische ÖVP als Juniorpartnerin der blau-schwarzen Landesregierung eher dadurch auf, dass sie zu Entscheidungen der FPÖ Ja und Amen sagte. Obwohl es parteiintern Grummeln gab, winkte man umstrittene Entscheidungen wie das Aus fürs Liezener Leitspital oder die Abschaffung des Feinstaub-Hunderters im Paarlauf durch.
Mittlerweile scheinen sich die Landesschwarzen vom scheinbar übermächtigen Koalitionspartner aber emanzipieren zu wollen – vor allem in europapolitischen Fragen. Am auffälligsten ist die eigene Linie im Streit mit Slowenien, die heute Abend in der Einladung eines besonderen Ehrengastes in die Loge von Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom gipfelt. Die Murauerin bittet den slowenischen Botschafter Marko Stucin, der im vergangenen Jahr mit heftiger Kritik an der Steiermark für Schlagzeilen gesorgt hatte, aufs glatte Opernparkett. Stein des Anstoßes war damals das Dachsteinlied, das die Landesregierung trotz scharfer Proteste unserer südlichen Nachbarn ins Landessymbolegesetz aufgenommen hatte.
Nun versucht die ÖVP die Wogen zu glätten, schon beim schwarzen Wirtschaftsgipfel am Donnerstag gab man das Motto aus, man wolle die Beziehungen zu Slowenien wieder verbessern. Ob die Opern-Einladung eine bewusste Spitze gegen Mario Kunasek ist, darüber wird man heute Abend trefflich diskutieren. Der Landeshauptmann jedenfalls wird nicht in Verlegenheit kommen, Marko Stucin die Hand schütteln zu müssen: Er ist, wie schon im Vorjahr, beim Feuerwehrball in Trofaiach.
Einen schönen Samstag!
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