Erschreckende Studie

Diese Lebensmittel sind die neuen Zigaretten

Wissen
03.02.2026 13:58

Verführerisch, köstlich und möglicherweise gefährlicher als gedacht. Forscher aus den USA warnen: Viele industriell verarbeitete Lebensmittel wirken auf das Gehirn ähnlich wie Zigaretten und können süchtig machen. Doch wie stark ist diese Abhängigkeit wirklich – und was bedeutet das für unseren täglichen Konsum?

Forscher von Harvard, der University of Michigan und Duke University warnen davor, dass viele industriell verarbeitete Lebensmittel süchtig machen können und ähnlich reguliert werden sollten wie Tabak. Ultra-processed foods (UPFs) – also stark industriell bearbeitete Lebensmittel wie Softdrinks, Snacks, Süßigkeiten oder Fertiggerichte – seien gezielt so entwickelt, dass sie den Konsumenten immer wieder zum Verzehr animieren.

Werbung suggeriert Gesundheit – trotz Risiko
Die Wissenschaftler ziehen in ihrem Bericht Parallelen zu Zigaretten: Produktionsmethoden, Dosierung von Zucker, Fett und Salz sowie die schnelle Belohnungswirkung im Gehirn ähneln dem, was Tabakunternehmen seit Jahrzehnten nutzen, um Konsumenten zu binden.

Marketingstrategien wie „zuckerfrei“ oder „fettarm“ seien dabei vergleichbar mit der historischen Werbung für Zigarettenfilter: Sie suggerieren Gesundheit, während die Risiken bestehen bleiben.

Betroffene machen ähnliche Erfahrungen, wie mit Tabak
Ashley Gearhardt von der University of Michigan, Expertin für Suchtpsychologie, berichtete, dass Patienten die gleiche Erfahrung machten wie bei Tabak: „Sie sagen: ,Ich fühle mich süchtig danach, ich sehne mich danach – früher war es die Zigarette, jetzt sind es Cola und Donuts. Ich weiß, dass es mir schadet, ich will aufhören, aber ich kann nicht.’“

Die Forscher stützen ihre Aussagen auf eine Vielzahl von Studien: Neuroimaging-Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die stark verarbeitete Lebensmittel konsumieren, ähnliche Gehirnveränderungen aufweisen wie Konsumenten von Alkohol oder Kokain. Medikamente, die das Verlangen nach UPFs reduzieren, wirken teilweise auch bei Suchtmitteln, was die parallelen Mechanismen unterstützt.

Produkte auf Belohnungswirkung optimiert
Ein zentraler Punkt der Wissenschaftler: Während Nahrung lebensnotwendig ist, sind nicht alle Lebensmittel gleich. UPFs sind oft nährstoffarm, stark veredelt und auf maximale Belohnungswirkung optimiert – im Gegensatz zu Obst, Gemüse oder Vollkornprodukten. Deshalb fordern sie Maßnahmen ähnlich der Tabakregulierung: Einschränkungen im Marketing, klare Kennzeichnung, öffentliche Aufklärung und die Verantwortung der Lebensmittelindustrie, nicht nur die der Konsumenten.

Kritiker warnen vor Übertreibung
Kritiker wie Martin Warren vom Quadram Institute sehen Parallelen zu Tabak, warnen jedoch vor Übertreibung. Sie betonen, dass die Suchtwirkung von UPFs eher durch gelernte Vorlieben und Belohnungskonditionierung entstehe, weniger durch pharmakologische Abhängigkeit. Außerdem sei unklar, ob gesundheitliche Schäden vor allem durch die Inhaltsstoffe oder durch den Ersatz gesunder Lebensmittel entstehen.

„Riskieren Überlastung der Gesundheitssysteme“
Trotz dieser Debatte sind sich Experten einig, dass die steigende Belastung durch nicht übertragbare Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Gesundheitssysteme weltweit unter Druck setzt – besonders in Ländern mit schwacher Regulierung. Githinji Gitahi von Amref Health Africa warnte: „Ohne öffentlich geleitete Maßnahmen riskieren wir die Überlastung unserer Gesundheitssysteme.“

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