Unternehmer im Visier

Kinderbücher als Köder: So locken Gauner in Falle

Tirol
30.01.2026 08:05

Immer wieder geraten heimische Firmen ins Visier von hartnäckigen Betrügern, die mit scheinbar noblen Buch-Projekten Unternehmer abzocken. Die Täter spielen dabei gezielt mit der Sorge um Kinder.

Mit vermeintlich guten Absichten versuchen Kriminelle derzeit, an Geld zu kommen. Die Masche ist nicht neu, funktioniert aber leider noch immer – wie auch ein Tiroler Unternehmer weiß. „Per E-Mail bitten sie um Spenden für die Produktion von Büchern, die angeblich gratis an Kindergärten, Schulen oder Spitälern verteilt werden“, erklärt der „Krone“-Leser. Für einen Stückpreis von 16,72 Euro wird als kleines Dankeschön versprochen, dass das Firmenlogo der Spender auf der Buchrückseite platziert wird.

Kriminelle wecken Mitleid und Verantwortungsgefühl
Was wie ein soziales Projekt klingt, ist in Wahrheit eine dreiste Betrugsfalle. Besonders perfid ist dabei die gezielte Ansprache emotionaler Themen. Aktuell stechen zwei Varianten hervor: In einem Fall wird mit schweren Krankheiten von Kindern argumentiert, im anderen mit Verkehrserziehung und Kindersicherheit. Ziel ist es, Mitleid und Verantwortungsgefühl zu wecken – um so möglichst viele Spenden zu kassieren.

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Etwas dagegen zu unternehmen, ist bei diesen Betrügerfirmen sehr schwierig, weil sie mit Scheinadressen arbeiten und laufend die Namen wechseln.

WK-Pressesprecher Peter Sidon

Unter anderem dienen Bücher zur Verkehrserziehung (Symbolfoto) den Betrügern als Köder.
Unter anderem dienen Bücher zur Verkehrserziehung (Symbolfoto) den Betrügern als Köder.(Bild: Samuel Thurner)

Konkret genannte Orte sollen Nähe und Dringlichkeit suggerieren. „In einem aktuellen Fall wird Absam genannt. Doch der angebliche Bedarf an Büchern für die Mobilitätserziehung existiert dort nachweislich nicht – weder in einer der Schulen noch in den Kindergärten“, hat der Unternehmer recherchiert.

Schwieriger Kampf gegen Betrügerfirmen
Brisant: Obwohl Masche, Struktur und handelnde Personen den Behörden längst bekannt sind, läuft dieses „Geschäftsmodell“ ungehindert weiter. Auch bei der Wirtschaftskammer in Tirol ist der Schwindel mit dem Kinderbuch-Sponsoring bereits bestens bekannt. „Wir haben bereits alles Erdenkliche dagegen unternommen – inklusive eines Gerichtsverfahrens. Zusätzlich ist der Schutzverband eingeschaltet“, erklärt WK-Pressesprecher Peter Sidon und betont, „wir verfolgen jeden Hinweis konsequent und reagieren sofort, sobald irgendwelche neuen Fälle auftauchen. Allerdings ist es bei diesen Betrügerfirmen sehr schwierig, weil sie mit Scheinadressen arbeiten, laufend die Namen wechseln und damit sowohl uns als auch den Strafbehörden das Vorgehen erheblich erschweren.“

Fakt ist: Die professionellen Betrüger scheinen seit Jahren regelrecht Katz und Maus mit den Behörden zu spielen – und das auf Kosten von heimischen Betrieben, die in gutem Glauben handeln.

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