Im März macht es ganz Österreich einer Klasse in NÖ nach: Für drei Wochen sollen können alle Schüler in ganz Österreich die Smartphones abschalten.
Ihrem Biologielehrer Fabian Scheck warfen die 16-Jährigen schiefe Blicke zu, als er vor einem Jahr einen „Handyentzug“ vorschlug. „Probieren es doch Sie aus“, sagten die Schüler des Gänsderndorfer Konrad-Lorenz-Gymnasium lachend zu dem Pädagogen. Kein Wunder, das Smartphone samt Internetzugang ist heute ein unverzichtbarer Alltagsgegenstand. Wecker, Terminplaner, Internetzugang – alles ist auf einem Gerät vereint.
Die Pandemie-Jahre haben den Rückzug ins Smartphone nochmal verstärkt.

Fabian Scheck, Biologielehrer Konrad Lorenz Gymnasium
Bild: privat / KLG
„Deshalb habe ich mit den Schülern vor dem Experiment darüber gesprochen, wie man diese Alltagssituationen ohne Handy bewältigen kann“, schildert Fabian Scheck im „Krone“-Gespräch.
Dann startete – mit medialer Begleitung – das Experiment. Tatsächlich kam es schon nach wenigen Tagen zu „Entzugserscheinungen“. Schüler klagten über Kopfschmerzen, Unruhe oder Aggressionen, manche hörten sogar „Phantomklingeln“. Schecks Fazit: „Soziale Medien machen gefährlich abhängig. Wir müssen Kinder besser schützen.“
Ab 4. März kann jede Schulklasse in Österreich ab der 5. Schulstufe mitmachen: die wichtigsten Infos für Lehrkräfte, Schüler sowie Eltern wurden auf einer eigens erstellen Website – www.handyexperiment.at – zusammengefasst. Dort erfolgt die Registrierung und werden im Falle einer Teilnahme auch drei wissenschaftliche Befragungen abgehandelt.
Wieder Vogelgezwitscher hören
Von 4. bis 24. März sollen deshalb Schulen in ganz Österreich „handyfrei“ werden. Das Bildungsministerium lädt alle Lehrer und Jugendlichen ein, mitzumachen. Scheck ist stolz, dass seine Ideen von Gänserndorf aus so hohe Wellen schlagen. Stolz ist er auch auf seine Schüler. 71 hatten sich am Konrad-Lorenz-Gymnsasium an dem Experiment beteiligt. Nach dem „kalten Entzug“ probierten einige neue Hobbys, hatten bessere Stimmung und redeten wieder mehr miteinander. Eine Schülerin schilderte sogar: „Zum ersten Mal hörte ich statt dem Telefonklingeln das Vogelgezwitscher vor dem Haus.“
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