Sprengsatz versteckt

Terroranschlag in Nigeria fordert zahlreiche Tote

Ausland
02.05.2014 05:55
Bei einem Bombenanschlag in einem Vorort der nigerianischen Hauptstadt Abuja sind am Donnerstagabend Medienberichten zufolge zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Wie die Zeitung "Premium Times Nigeria" unter Berufung auf Behördenangaben berichtete, wurden bisher neun Todesopfer und elf Schwerverletzte bestätigt. Augenzeugen hätten im Asokoro-Krankenhaus allerdings bis zu 20 Leichen gesehen.

Nach Angaben der Zeitung "Vanguard" wurden bis zum frühen Freitagmorgen mindestens 17 Tote in die Klinik eingeliefert. Krankenwagen brächten fortlaufend weitere Todesopfer und Verletzte. Viele Angehörige versammelten sich vor dem Spital.

Anschlag gegenüber des Busbahnhofs
Der Anschlag ereignete sich gegenüber des Busbahnhofs im Vorort Nyanya, an dem Attentäter vor etwa zwei Wochen rund 100 Menschen in den Tod gerissen hatten. Sicherheitskräfte sperrten die Gegend ab. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Für die Attacke von Mitte April war Boko Haram verantwortlich. Die radikalislamische Terrorgruppe hatte in den vergangenen Jahren wiederholt schwere Anschläge verübt.

Sprengsatz in einem Auto versteckt
Die Zeitung "This Day" berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, der Sprengsatz am Donnerstagabend sei in einem Kleinwagen versteckt gewesen. Drei Männer hätten diesen abgestellt und seien anschließend fortgelaufen. Ziel waren offenbar Menschen, die unter anderem von Mai-Feierlichkeiten aus dem Stadtzentrum zurückkehrten. Auch Mitte April hatten die Attentäter einen mit Sprengstoff beladenen Wagen an dem belebten Ort geparkt, damals allerdings im morgendlichen Berufsverkehr.

Machtlosigkeit im Kampf gegen den Terror
Die nigerianische Regierung wirkt seit Jahren machtlos im Kampf gegen den Terror. Bei Gewaltexzessen in dem Land sollen in den vergangenen fünf Jahren mehr als 6.000 Menschen getötet worden sein. Kritiker monieren, die Regierung müsse stärker durchgreifen, um weitere Bluttaten zu verhindern.

Boko Haram will im Norden Nigerias einen Gottesstaat errichten. Seit 2009 verübt die Gruppe dort immer wieder schwere Anschläge, vor allem auf Kirchen und Polizeieinrichtungen. Aber auch in Abuja hatte die Gruppe schon mehrere Male zugeschlagen. Ihr Name bedeutet etwa so viel wie: "Westliche Bildung ist verboten."

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
02.05.2014 05:55
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung