Georg Bliem

„Mister Planai“ und seine letzte Show im Flutlicht

Steiermark
27.01.2026 10:00

Nach knapp 14 Jahren übergibt Georg Bliem das Chefbüro in der weiß-grünen Ski-Metropole. Über 200 Millionen wurden in seiner Ägide investiert. Die „Krone“ hat im Vorfeld des Nightrace mit „Mister Planai“ gesprochen. 

„Natürlich ist etwas Wehmut dabei“, gibt Georg Bliem unumwunden zu. 2012 übernahm der Ennstaler den Geschäftsführer-Posten der Planai-Bahnen. Knapp 14 Jahre und zehn neue Seilbahnen im größten steirischen Skigebiet später, steht er vor seinem letzten Nightrace. Am 1. Februar wird er das Chef-Büro an Peter Weichbold übergeben, nach einer dreimonatigen Übergabephase wird er noch seinen Urlaub aufbrauchen und sich dann in den mehr als verdienten Ruhestand verabschieden.

„Die letzten Jahre waren schon sehr herausfordernd. Jetzt werde ich dann endlich all die Dinge machen können, für die ich die letzten 48 Jahre keine Zeit gehabt habe“, lächelt der bald 68-Jährige. Sein erstes großes Vorhaben ist eine Rad-Tour von Tarvis nach Ancona. „Diese Tour werde ich mit dem Gravel-Bike in Angriff nehmen. Gleich von Schladming weg waren es mir dann doch zu viele Berge“, sagt der ehemalige Mountainbike-Rennfahrer.

Die neue Bergstation am Dachstein ist ein echter Leuchtturm der Ära Bliem.
Die neue Bergstation am Dachstein ist ein echter Leuchtturm der Ära Bliem.(Bild: Planai Bahnen Prugger)

Planai-Bahn und Dachstein als Lebenswerk
Die Bilanz als Planai-Chef fällt jedenfalls mehr als positiv aus. Stolze zehn neue Seilbahnen wurden unter der Ägide von Bliem auf Planai und Hochwurzen errichtet – über allen thront natürlich die neue Dachstein-Bergstation. „Gemeinsam mit dem Neubau der Planai-Bahn ist das natürlich ein Meilenstein, den man schon als Lebenswerk bezeichnen kann.“ Dazu wanderte unter Bliem auch der einst marode „Wilde Berg“ in Mautern in die Planai-Familie, wurde der Bike-Park in Schladming aus- und aufgebaut und die Bus-Flotte verstärkt.

Georg Bliem im „Krone“-Gespräch.
Georg Bliem im „Krone“-Gespräch.(Bild: Christian Jauschowetz)

Insgesamt wurden seit 2012 mehr als 210 Millionen Euro investiert. Eine Summe, die natürlich auch viele Neider auf den Plan ruft. „Aber wir haben für all unsere Investitionen keinen einzigen Euro an Förderung erhalten – die Corona-Unterstützung ausgenommen“, hält Bliem dagegen. Den Umsatz der Planai-Hochwurzen-Bahnen Gesellschaft m. b. H., wie das Unternehmen im „Renn-Englisch“ heißt, wurde seit 2012 auf mehr als 70 Millionen Euro verdoppelt. „Das macht mich schon stolz. Mittlerweile gehören wir zu den Top-5-Unternehmen in den Alpen.“

„Unser Kapital ist der Schnee“
Stolze zwei Millionen Gäste zählt man bei allen Unternehmen, die im Planai-Reich eingegliedert sind, pro Jahr. „Aber im Winter ist unser Kapital natürlich der Schnee“, sagt Bliem. „Klar, dass der Klimawandel alles verändert hat. Als ich 2014 bei uns die Stabstelle ,Energie- und Umweltmanagement’ eingeführt habe, haben mich viele belächelt. Vielleicht sogar die gleichen Leute, die gesagt haben, dass ich die Planai an die Wand fahre, als ich nach der Ski-WM die Hochwurzen-Gipfelbahn in Angriff genommen habe. Aber heuer könnten wir selbst auf 2000 Meter nicht auf natürlichem Schnee Ski fahren.“ Stolze 780 Schneekanonen und Schneelanzen sind deshalb auf Planai und Hochwurzen im Einsatz. Die Rennpiste in Schladming hat so eine Unterlage von stolzen 1,20 Meter Schnee.

Bleibt nur die Frage, was der „Mister Planai“ in Zukunft macht? „Sicher ist, dass ich am Sonntag weiter das Stallausmisten in unserem Hotel übernehme. Sonst gibt’s einige Anfragen – schauen wir mal.“

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