Ukraine greift durch

Russlands Militärattache des Landes verwiesen

Ausland
01.05.2014 15:15
Die Ukraine hat den russischen Militärattache in Kiew einem Medienbericht zufolge wegen Spionageverdachts festgenommen und des Landes verwiesen. Der Diplomat sei zur unerwünschten Person erklärt worden und müsse ausreisen, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine unter Berufung auf das ukrainische Außenministerium am Donnerstag.

Der Militärattache der russischen Botschaft sei am Mittwoch bei "geheimdienstlichen Aktivitäten" festgenommen worden, die nicht mit seinem Diplomatenstatus vereinbar seien, hieß es in der Erklärung. Er müsse die Ukraine "so schnell wie möglich" verlassen.

Die Regierungen in Kiew und Moskau befinden sich seit Wochen in einem tiefen Konflikt einschließlich Territorialstreitigkeiten. Die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim wurde nach einem umstrittenen Referendum in die Russische Föderation eingegliedert, im Osten der Ukraine kontrollieren prorussische Einheiten rund ein Dutzend Städte. Täglich kommt es zu Zwischenfällen in den betroffenen Gebieten.

Justizgebäude in Donezk gestürmt
So haben am Donnerstag in der ostukrainischen Millionenstadt Donezk Hunderte prorussische Aktivisten ein Justizgebäude gestürmt. Die Angreifer zwangen die Sicherheitskräfte zum Abzug, wie die Agentur Interfax meldete. Die Polizisten hätten demnach Schilde und Schlagstöcke abgeben und die Gebietsstaatsanwaltschaft durch einen "Korridor der Schande" aufgebrachter Demonstranten verlassen müssen.

Auf dem Dach hissten Separatisten die Fahne der selbst ernannten "Republik Donezk". Zuvor hatten zum Teil maskierte Männer das Gebäude mit Steinen, Feuerwerkskörpern und Brandsätzen attackiert. Medien berichteten, es habe Verletzte auf beiden Seiten gegeben. Ein gepanzertes Fahrzeug der Regierungseinheiten habe umkehren müssen, nachdem es von Aktivisten angegriffen worden war.

Armee in Alarmbereitschaft versetzt
Die ukrainische Regierung versetzte die Armee am Mittwoch in "volle Alarmbereitschaft" (siehe Infobox). Interimspräsident Oleksander Turtschinow räumte jedoch gleichzeitig ein, die Sicherheitskräfte seien "hilflos" gegenüber den prorussischen Separatisten.

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