Nach Urteilsflut
Muslimbrüder rufen zu Revolution in Ägypten auf
Ausland
29.04.2014 13:58
Die Muslimbrüder haben nach den Todesurteilen gegen 683 Angehörige und Sympathisanten ihrer Bewegung zu einer neuen Revolution in Ägypten aufgerufen. Die von den Islamisten im Vorjahr gegründete "Nationale Koalition für die Unterstützung der Legitimität" kündigte Protestaktionen für den kommenden Mittwoch an. In einer Erklärung, die in der Nacht auf Dienstag verbreitet wurde, heißt es, die Schreie der zu Unrecht Verurteilten seien "bis in die Paläste der Plünderer zu hören".
In 37 Fällen müssen die Urteile vor der Vollstreckung noch von Mufti Sheikh Shauki Allam genehmigt werden. Er muss als religiöse Autorität seine Zustimmung geben. Die anderen zum Tode verurteilten Angeklagten können zudem noch in Berufung gehen.
Der Urteilsspruch vom Montag hatte vor allem im Westen Entsetzen ausgelöst. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warnte davor, die Justiz zu einem Teil des "Unterdrückungsapparats" zu machen. Das Militär hatte den demokratisch gewählten Präsidenten Mohammed Mursi im Juli 2013 gestürzt. Seither wurden Tausende Anhänger der Muslimbruderschaft inhaftiert.
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