"Keine Gefangenen"

OSZE-Beobachter von Separatisten vorgeführt

Ausland
27.04.2014 18:46
Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben am Sonntag mehrere festgehaltene OSZE-Beobachter der Presse präsentiert. Aktivisten unter der Leitung des selbst ernannten Bürgermeisters Wjatscheslaw Ponomarew führten die in Zivil gekleideten Männer, die unverletzt schienen, in Slawjansk in einen Saal mit Journalisten. Am Sonntagabend wurde ein Mitglied des OSZE-Teams aus gesundheitlichen Gründen freigelassen.

"Wir sind Gäste von Ponomarew. Wir sind keine Kriegsgefangene", sagte einer der vier deutschen Festgehaltenen bei der Pressekonferenz. "Wir hängen von unseren Diplomaten ab, die mit dem Bürgermeister verhandeln müssen", sagte der Mann, der sich als Oberst der deutschen Bundeswehr vorstellte. "Wir haben keinen Hinweis darauf, wann wir in unsere Heimatländer zurückgeschickt werden."

Vom Keller in einen komfortableren Raum übersiedelt
Das festgehaltene OSZE-Team sei am Freitag zunächst in Slawjansk in einem Keller untergebracht gewesen, berichtete der Oberst. "Dort mussten wir uns zunächst selbst einrichten. Seit gestern sind wir in einen komfortableren Aufenthaltsraum, der beheizt ist, untergebracht." In dem Raum gebe es "Tageslicht und eine Klimaanlage". Russische Internetportale übertrugen Teile der Pressekonferenz direkt.

Das OSZE-Team besteht aus drei deutschen Soldaten, einem deutschen Dolmetscher sowie einem Dänen, einem Polen, einem Schweden, einem Tschechen sowie fünf ukrainischen Soldaten. Die Separatisten hatten angekündigt, die ukrainischen Soldaten gegen inhaftierte Gesinnungsgenossen austauschen zu wollen. Ebenso wie mehrere "Agenten" der Regierung in Kiew, die die Separatisten am Sonntag in ihre Gewalt brachten. 

Schwede am Abend freigelassen
Am Sonntagabend wurde ein Mitglied des Teams, ein Schwede, überraschend freigelassen - aus gesundheitlichen Gründen. Er leide unter Diabetes, sagte eine Sprecherin der Aktivisten, ohne Einzelheiten zu nennen. Es gebe jedoch keine Pläne, die anderen Beobachter gehen zu lassen.

Zwei OSZE-Beobachter kurzzeitig festgehalten
Am Sonntag ist es in der Region um Donezk zu einem weiteren Zwischenfall mit OSZE-Beobachtern gekommen. Zwei Teammitglieder seien bei einem Checkpoint von prorussischen Kräften kurzzeitig angehalten und im Verwaltungsgebäude von Jenakijewo festgehalten worden, teilte ein OSZE-Sprecher mit. Lokale Polizeieinheiten hätten erwirkt, dass die beiden Mitarbeiter der Beobachtermission wohlbehalten das Gebäude verlassen konnten.

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