Küssen entspannt!

Kuscheln, Nähe, Sex: die stärksten Stresskiller

Manchmal braucht es keine Apps und keine Achtsamkeitskurse. Manchmal reicht ein Körper, der sich an einen anderen lehnt. Denn Berührung ist nicht nur Gefühl, sondern Biochemie – und genau diese macht Kuscheln, Nähe und Sex zu erstaunlich wirksamen Stresskillern.

Kuscheln, körperliche Nähe und Sexualität gelten oft als „schönste Nebensache der Welt“. Gleichzeitig wirken sie auch biologisch: Sie beruhigen das Nervensystem, fördern Bindung und unterstützen emotionale Stabilität. In einer Welt, die immer schneller wird, sind sie ein einfaches, menschliches und wissenschaftlich belegtes Mittel, um Körper und Geist zu entlasten. Warum diese Form der Nähe so tief in uns wirkt, ist faszinierender als viele ahnen.

Stress ist ein biologisches Alarmsignal. Wenn der Körper unter Druck steht, schüttet er Hormone wie Cortisol und Adrenalin aus. Doch genauso wie Stress im Körper messbar ist, lässt er sich auch messbar reduzieren – durch Nähe, Berührung und intime Verbundenheit. Zahlreiche psychologische und neurobiologische Studien zeigen, dass Kuscheln, Schmusen und sexuelle Aktivität zu den wirksamsten natürlichen Stressregulatoren gehören.

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Sexuelle Aktivität ist eine der effektivsten natürlichen Methoden, um Stresshormone abzubauen und das Wohlbefinden zu steigern.

Klinische Psychologin, Gesundheits- und Arbeitspsychologin Mag. Dr. Flenreiss-Frankl

Das Bindungshormon Oxytocin
Sanfte Berührung – sei es eine Umarmung, das Halten einer Hand oder enges Kuscheln – aktiviert das Hormon Oxytocin. Es senkt den Cortisolspiegel und beruhigt das autonome Nervensystem. „Oxytocin wirkt wie ein biologisches Gegengewicht zu Stresshormonen – es signalisiert dem Körper Sicherheit“, betont die klinische Psychologin, Arbeits- und Gesundheitspsychologin Mag. Dr. Karin Flenreiss-Frankl. Studien zeigen, dass bereits 20 Sekunden Umarmen messbar entspannend wirken.

Berührung reguliert das Nervensystem
Körperkontakt aktiviert den sogenannten parasympathischen Zweig des Nervensystems – jenen Teil, der für Regeneration, Verdauung und Ruhe zuständig ist. „Wenn wir gehalten werden, schaltet der Körper vom Alarmmodus in den Erholungsmodus um“, erklärt die „Krone“-Expertin. Diese Reaktion ist evolutionär tief verankert: Nähe bedeutete früher Schutz und Sicherheit.

Die sexuelle Aktivität in Österreich nimmt wie in vielen westlichen Ländern tendenziell ab. Ist ...
Die sexuelle Aktivität in Österreich nimmt wie in vielen westlichen Ländern tendenziell ab. Ist das Handy schuld?(Bild: LuckyBusiness)

Sex als natürliche Stressbremse
Sinnliche Stunden führen zu einer komplexen hormonellen Reaktion: 

  • Cortisol sinkt

  • Endorphine steigen

  • Oxytocin steigt

  • Herzfrequenzvariabilität verbessert sich (ein Marker für Stressresilienz)

Wichtig ist dabei nicht die Dauer oder Intensität, sondern das Gefühl von Verbundenheit und Entspannung.

Emotionale Nähe stärkt die psychische Widerstandskraft
Menschen, die regelmäßig liebevolle Berührung erleben, berichten von: 

  • besserem Schlaf

  • höherer Stressresistenz

  • stabilerer Stimmung

  • weniger Angstgefühlen

„Nähe vermittelt das Gefühl: Ich bin nicht allein. Dieses Gefühl ist einer der stärksten psychologischen Schutzfaktoren gegen Stress“, erklärt Mag. Dr. Flenreiss‑Frankl. Psychologisch betrachtet ist Berührung ein „soziales Beruhigungssystem“, das uns hilft, Herausforderungen besser zu bewältigen – und genau deshalb ist echte Nähe oft wirksamer als jede noch so perfekte Stressstrategie.

Wie Singles sich Nähe schenken können
Auch wer allein lebt, muss auf die Kraft von Nähe nicht verzichten. Berührung lässt sich bewusst in den Alltag holen – etwa durch Massagen, die nicht nur Verspannungen lösen, sondern denselben beruhigenden biochemischen Effekt haben wie eine Umarmung. Eine professionelle Massage, eine achtsame Selbstmassage oder einfache Rituale wie das Eincremen des eigenen Körpers können das Nervensystem spürbar entspannen. Nähe beginnt nicht erst bei zwei Menschen – sie kann auch ein Geschenk an sich selbst sein.

Kuscheln Sie mehr! Nicht, weil man „sollte“, sondern weil Ihr Körper und Ihr Kopf genau darauf programmiert sind: Nähe macht uns weicher, ruhiger, belastbarer. Sie ist kein Luxus, sondern ein unterschätztes Stück Selbstfürsorge, das wir viel zu selten zulassen. Und wenn zwei Menschen diese Nähe teilen, passiert etwas Erstaunliches: Sie wirkt doppelt – weil gegenseitiger Halt einer der stärksten Stresspuffer ist, die wir haben.

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