Selbstmord nach Tat?

“Robin Hood von Liechtenstein” erschießt Bankchef

Ausland
07.04.2014 18:02
Ein 48-jähriger Bankchef ist Montag früh in Liechtenstein in der Tiefgarage eines Geldinstituts erschossen worden. Der als bewaffnet und gefährlich geltende Täter konnte entkommen. Nach Angaben der Polizei handelt es sich vermutlich um einen Mann, der sich selbst als "Robin Hood von Liechtenstein" bezeichnet. Das Fluchtauto wurde wenig später gefunden, ebenso wie ein Reisepass mit einem handschriftlichen Geständnis und Abschiedsworten. Die Polizei geht daher davon aus, dass sich der Täter das Leben genommen hat.

Die Tat wurde zwischen 7 und 7.30 Uhr im Bankhaus Frick in Balzers verübt. Zum Opfer machte die Polizei zwar keine Angaben, offenbar handelt es sich jedoch um den Direktor der Bank.

Der Täter flüchtete mit einem Mercedes-Smart, der später in Ruggell gefunden wurde. Am Rheinufer konnten die Einsatzkräfte den Reisepass und den Führerschein sowie auch die Kleidung des Täters sicherstellen, daher geht man mittlerweile vom Selbstmord des Mannes aus. Die Polizei rief die Bevölkerung dennoch dazu auf, das Gebiet zu meiden, um die Fahndung - auch mit einem Helikopter - nicht zu gefährden. 

"Fürstendumm Scheissenstein"
Die Einsatzkräfte gaben den Namen des mutmaßlichen Todesschützen mit Jürgen Hermann aus Mauren an. Er ist eine schillernde Person im Fürstentum. Der ehemalige Erfinder führte seit Jahren einen Kampf gegen Banken und das politische Establishment, die er für seinen Ruin als Fondsmanager verantwortlich macht. Erst am Freitag hatte er wieder E-Mails verschickt, in denen er den Kleinstaat als "Fürstendumm Scheissenstein" bezeichnete. Das Bankhaus Frick war Hermanns Hausbank. 

Das Fürstentum klagte er vor einigen Jahren auf 200 Millionen Franken Schadenersatz, angeblich deshalb, weil die Finanzmarktaufsicht seine Gesellschaft und ihre Fonds unter Beobachtung stellte. Die Homepage des Tatverdächtigen, auf der er immer wieder über seinen Fall berichtete, wurde mittlerweile offenbar gehackt. "Catch me if you can" steht dort, wobei eine Belohnung von 200 Millionen Schweizer Franken ausgesetzt wird...

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