Firmengeschichte

„Fronius ist mit dem VW-Konzern groß geworden“

Oberösterreich
28.12.2025 14:00

Das oberösterreichische Familienunternehmen Fronius profitierte einst vom Aufschwung der Autoindustrie und später vom Photovoltaik-Boom. Heuer feiert der Leitbetrieb 80-jähriges Jubiläum – mit großen Umbrüchen.

„Im Hause der Gastwirtschaft ,Rankleiten’ habe ich eine Fach-Reparaturwerkstätte für Radio und Elektrotechnik eingerichtet. Ich bitte die geehrten Kunden, sich mit vollem Vertrauen an mich zu wenden“ – mit dieser Bekanntmachung, unterzeichnet von Firmengründer Günter Fronius, fiel am 20. Juni 1945 in Pettenbach der Startschuss.

Heute zählt das Technologieunternehmen Fronius mit weltweit rund 6700 Mitarbeitern zu Oberösterreichs Leitbetrieben, 2025 feiert das Familienunternehmen 80-jähriges Jubiläum. Wie gelang die Entwicklung vom Ein-Mann-Betrieb zum international agierenden Großunternehmen?

Am größten Produktionsstandort in Sattledt arbeiten rund 2000 Beschäftigte auf 69.000 ...
Am größten Produktionsstandort in Sattledt arbeiten rund 2000 Beschäftigte auf 69.000 Quadratmetern.(Bild: Markus Wenzel)

„Haben Sie eh das Licht abgedreht?“
Sparsamkeit und nur investieren, wenn man es sich leisten kann, nennt Harald Scherleitner, Mitglied der Geschäftsleitung, als Kernelemente und erzählt dazu folgende Anekdote: „Wenn ich früher als Lehrling nach der Arbeit zum Heimfahren zu meinem Moped gegangen bin, habe ich am Weg oft Günter Fronius getroffen. Der hat dann immer gesagt: ,Haben Sie eh das Licht abgedreht in der Halle?’“

Das starke Wachstum habe in den 1990ern eingesetzt: „Fronius ist mit dem Volkswagen-Konzern groß geworden“, sagt Scherleitner. „VW hat gesagt: ,Wenn ihr unser Lieferant für automatisierte Schweißtechnik werden wollt, müsst ihr in unseren Werken vor Ort sein, zum Beispiel in Mexiko.‘ Das haben wir gemacht. Der Schlüssel war, nahe am Kunden zu sein.“ Ein Rezept, das Fronius auch zwei Jahrzehnte später, ab 2010, beim Wachstum im Solarbereich angewandt habe.

Zitat Icon

VW hat gesagt: Wenn ihr unser Lieferant werden wollt, müsst ihr in unseren Werken vor Ort sein. Das haben wir gemacht.

Harald Scherleitner, Fronius-Verkaufsleiter

1000 Mitarbeiter abgebaut
Das Jubiläumsjahr 2025 war von Umbrüchen geprägt: Die Batterieladetechnik fiel als Geschäftsfeld weg, seit heuer gibt es nur noch die Sparten Schweißen und Solar. Letztere brach im Vorjahr ein, weil die Nachfrage nach Wechselrichtern (Bauteile für PV-Anlagen) rapide sank, was 2024 insgesamt zu einem Umsatzrückgang von 42 Prozent auf 932 Millionen Euro führte. Rund 1000 Mitarbeiter wurden dadurch abgebaut.

Im Geschäftsfeld Schweißen spüre man die Einbrüche in der Autoindustrie. „Wir haben 2025 aber trotzdem zehn Prozent Wachstum bei den Auftragseingängen in der Schweißsparte“, sagt Scherleitner. Und in der Zukunft? Beim Schweißen sei vor allem der Fachkräftemangel eine Herausforderung. „Mit dem müssen wir uns auseinandersetzen: Wie automatisieren wir das Wissen Schritt für Schritt?“

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