13-monatige Irrfahrt
Schiffbrüchiger bestand Test mit Lügendetektor
Die Kanzlei hatte eigens eine Ärztin eingeschaltet, die Alvarenga mit einem Katalog von 82 Fragen auf die Probe stellte. Er war am 30. Jänner auf den Marshallinseln gestrandet und hatte nach eigenen Angaben eine 13-monatige Fahrt über eine Distanz von 12.500 Kilometern mit einem nicht manövrierfähigen Wrack hinter sich.
Alvarenga "lügt nicht", seine Geschichte "ist kohärent", sagte die Ärztin Maria Elena Revelo. Für den Schiffbrüchigen ist es von größter Bedeutung, nicht als Schwindler hingestellt zu werden. Zum einen wurden ihm zahlreiche Angebote unterbreitet, seine Geschichte zu vermarkten. Zum anderen muss ihm abgenommen werden, dass sein Kamerad Ezequiel Cordova, der sich ursprünglich ebenfalls an Bord befand, den Strapazen erlag.
Martyrium nach Motorpanne
Alvarenga war nach eigenen Angaben Ende 2012 mit Cordova in Mexiko zur Hai-Jagd aufgebrochen. Nach einer Motorpanne des sieben Meter langen Glasfaserboots trieben die beiden Männer hilflos auf dem Pazifik. Cordova starb laut Alvarenga unterwegs, weil er die Notnahrung aus rohem Vogelfleisch und Fisch, Schildkrötenblut, Regenwasser und eigenem Urin nicht vertrug.
Mitte März hatte Alvarenga Cordovas Familie im mexikanischen El Fortin besucht. "Ich fühle mich besser, weil ich jetzt weiß, was seine letzten Worte waren", sagte Cordovas Mutter Roselia Rios Cueto unter Tränen. Alvarengas Geschichte hatte Zweifel geweckt, da er bei seiner Landung für eine derart lange Irrfahrt erstaunlich stabil wirkte. Der 37-Jährige ist in psychologischer Betreuung, er leidet unter einer Meeres-Phobie.
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