Anrainer atmen auf

Aus für 290 Kilometer lange Tauerngasleitung

Österreich
03.04.2014 16:25
Die geplante 290 Kilometer lange Tauerngasleitung von Bayern über Oberösterreich, Salzburg und Kärnten nach Italien kommt nicht. Das 1,4 Milliarden Euro teure Vorhaben haben die Eigentümer der Projektgesellschaft am Donnerstag bei einer Sitzung in Wien für tot erklärt. Grund ist das EU-Unbundling, das Versorgern solche Pipelines nur eingeschränkt erlaubt - andere Investoren waren aber nicht zu finden.

Die Eigentümer der Tauerngasleitung GmbH (TGL) beschlossen die Liquidierung der seit 2008 bestehenden Gesellschaft. Dem Vernehmen nach bleiben sie auf 15 bis 16 Millionen Euro Anlaufverlusten für die Planungsphase sitzen. Das sei für die Anteilseigner aber überschaubar, hieß es aus dem Eigentümerkreis, denn schließlich gehe es um einen Zeitraum von etlichen Jahren.

Hauptgesellschafter der TGL mit Sitz in Wals bei Salzburg ist mit 46,60 Prozent die deutsche E.ON/Ruhrgas. Die Landesversorger von OÖ und Salzburg, die Energie AG Oberösterreich (EAG) und die Salzburg AG, sind mit je 17,93 Prozent dabei, die Kärntner Kelag mit 3,88 Prozent, die Tiroler Tigas mit 3,19 Prozent und die 50,05-prozentige EVN-Tochter Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG) mit 10,48 Prozent.

Freude bei Anrainer über Projekt-Absage
Über das Aus für die Tauerngasleitung freuen werden sich Anrainergemeinden und Bürgerinitiativen. Vor allem im Bundesland Salzburg war der Widerstand heftig gewesen, speziell im Tennengau. Die alpenquerende Trasse sollte in Nord-Süd-Richtung von Burghausen am Inn in Richtung Arnoldstein/Tarvis an der italienischen Grenze verlaufen.

Neben Anschlüssen an die starken Erdgasnetze von Deutschland und Italien wurde der Gaspipeline mit einem geplanten Durchmesser von 900 Millimetern (0,9 Meter) eine wesentliche Bedeutung aufgrund der unmittelbaren Nähe zu großen Erdgasspeichern und LNG-Terminals im Herzen Europas zugesprochen.

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