Angst, Wut und Co.

Mit Kamera Gefühle von Autolenkern entschlüsselt

Wissenschaft
13.03.2014 15:48
Schweizer Forscher haben einen Detektor für die Gefühle von Autolenkern entwickelt. Der Prototyp konnte wütende Gesichter in den meisten Fällen von angeekelten unterscheiden, wie die Eidgenössische Technische Hochschule (EPFL) in Lausanne am Donnerstag mitteilte.

Die Technologie erlaube es heute, anhand von Gesichtsausdrücken sieben Emotionen zu unterscheiden: Angst, Wut, Freude Trauer, Ekel, Überraschung und Verachtung. Dies könne zum Beispiel bei Videogames, in der Medizin oder gar im Straßenverkehr nützlich sein, so die Wissenschaftler

System "lernt" mit Serien von Fotos
Nun hat ein Team um Jean-Philippe Thiran vom Labor für Signalverarbeitung der EPFL in Zusammenarbeit mit Autokonzern PSA Peugeot Citroen erstmals einen Prototypen für einen Gefühls-Detektor gebaut. Dafür wird eine Infrarotkamera hinter dem Lenkrad platziert und mit einem lernfähigen Computersystem verbunden.

Für die ersten Versuche beschränkten sich die Forscher auf die Emotionen Wut und Ekel, deren Gesichtsausdrücke sich gleichen. Mit einer Serie von Fotos "lernte" das System, die Ausdrücke anhand der Positionen von Augen, Augenbrauen, Nase und Mund zu unterscheiden. Dann wurde es an Videos von Freiwilligen getestet, die im Büro und in einem Versuchsauto aufgezeichnet worden waren.

Ärger konnte meist indentifizieren werden
"In den meisten Fällen konnte das System den Ärger identifizieren", berichtet die EPFL. Wo das misslang, habe dies daran gelegen, dass die Gesichtsausdrücke für Wut individuell sehr verschieden seien. Diese Variabilität sei immer noch die große Schwierigkeit der Gefühlserkennung.

Die Forscher wollen das System nun so weiterentwickeln, dass eine autodidaktische Mensch-Maschine-Schnittstelle oder ein leistungsfähigeres Rechenmodell für Gesichtserkennung daraus entsteht.

Müdigkeitsdetektor entwickelt
Parallel dazu haben die Forscher auch eine Erkennungsmethode für Müdigkeit entwickelt. Diese basiert auf dem Prozentsatz der Zeit, die die Augenlider geschlossen sind. Die Forscher wollen weitere Detektoren für Ablenkung und das Lippenlesen entwickeln.

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