Die Rahmenhandlung zum neuen "Strider" ist schnell erzählt: Das Game spielt in einer düsteren fiktiven Zukunft der Erde in der Mega-Stadt Kazakh City. Die wird ebenso wie der Rest der Welt vom bösartigen Tyrannen Grand Master Meio in Atem gehalten, dessen Truppen die Menschen unterdrücken. Als Teil der hochspezialisierten Ninja-Eliteeinheit Strider ist es die Aufgabe des Spielers, sich dem Despoten entgegenzustellen und Recht und Ordnung wiederherzustellen.
Strider Hiryu – sein Name bedeutet so viel wie "fliegender Drache" – scheint der optimale Kandidat für den Kampf gegen Meio. Die Spielfigur ist Experte in Sachen Auftragsmorde, verfügt über ein Hightech-Katanaschwert namens Cypher und versteht sich bestens darauf, hüpfend und kletternd an die unzugänglichsten Orte zu gelangen. Kurzum: Der Held ist das, was man sich von einem futuristischen Ninja erwartet.
Rasantes Ninja-Gameplay mit RPG-Elementen
Passend dazu, spielt sich "Strider" vor allem rasant. Hiryu flitzt mit seinem Schwert durch die Levels, dass es eine Freude ist. Spektakuläre Sprünge und Klettereinlagen stehen ebenso an der Tagesordnung wie pfeilschnelle Kämpfe gegen Roboter, Drohnen und mächtige Bossgegner. Durch das generell hohe Tempo des Spiels kann die Schnetzelei mitunter unübersichtlich werden und in wildes Controller-Gedrücke ausarten, Spaß macht sie aber trotzdem.
Das liegt vor allem daran, dass der Spieler Hiryu im Verlauf des Spiels kontinuierlich verbessern darf. Nach und nach lernt er neue Fähigkeiten wie den Doppelsprung, bessere Angriffe und andere Tricks. Oft sind es erst diese neuen Begabungen, die es dem Helden erlauben, in der relativ offenen und weitläufigen 2D-Spielwelt in ein neues Gebiet vorzudringen. Das sorgt für Motivation – und entschädigt für den einen oder anderen Frustmoment.
Bosskämpfe erfordern blitzschnelle Reflexe
Im Verlauf des Spiels trafen wir nämlich auf manch einen Endgegner, der nur mit Glück und blitzschnellen Reflexen zu besiegen ist. Wer nicht im richtigen Moment ausweicht und sich in eine günstige Angriffsposition bringt, zieht bei Konfrontationen mit mächtigeren Feinden schnell den Kürzeren. Wer es gern gemächlich und taktisch angeht, wird mit "Strider" vermutlich wenig anfangen können.
Auch Grafikfetischisten dürfte der Titel nur bedingt befriedigen. Zwar bietet "Strider" in der getesteten PS4-Fassung recht hübsche Lichteffekte, scharfe Full-HD-Auflösung und butterweiche Frameraten, die Spielwelt könnte jedoch abwechslungsreicher und detaillierter sein. Im Vergleich mit 2D-Grafikperlen wie "Trine 2" macht das Ninja-Game einen eher faden Eindruck. Dazu trägt wohl auch die meist recht eintönige Farbgebung bei.
Eingängiger Arcade-Sound, sehr direkte Steuerung
Dafür überzeugt der Sound. Die Musik von "Strider" passt für unseren Geschmack sehr gut zum Arcade-Flair, den das Spiel verströmt. Die Soundeffekte fügen sich ebenfalls tadellos in die futuristische Spielwelt ein: Durch die Levels pfeifende Laserstrahlen wissen ebenso zu gefallen wie die fast omnipräsenten Klänge, die Hiryus Schwert beim Zerlegen der Gegnerhorden verursacht.
Erfreulich – und ob es hohen Tempos auch notwendig: Auf der PS4 steuert sich "Strider" sehr direkt, der Ninja am TV-Gerät reagiert verzögerungsfrei auf Eingaben mit dem Gamepad. Die Steuerung ist eingängig und unkompliziert genug, um auch in den hektischen Kämpfen noch die Kontrolle über Hiryus Bewegungen zu gewährleisten.
Fazit: Alles in allem ist "Strider" solide Retro-Kost für Genre-Fans. Das Katana-Jump'n'Run gewinnt zwar keine Preise für besonderen Einfallsreichtum, prachtvolle Grafik oder abwechslungsreiche Levels, weiß aber für einige Stunden auf konstantem Niveau zu unterhalten. Wer eine Vorliebe für schnelle, actionreiche 2D-Games hat, sollte einen Blick auf Capcoms neues "Strider" werfen. Auch Fans des Originals dürften an dem mit Anspielungen auf das Ursprungswerk gespickten Remake ihre Freude haben, zumal der Download mit einem Preis von 15 Euro kein allzu großes Loch ins Börsel reißt.
Plattform: PC, PS3, PS4 (getestet), Xbox 360, Xbox One
Publisher: Capcom
krone.at-Wertung: 7/10











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