Turtschinow erklärt:

“Ukraine-Militär wird auf Krim nicht eingreifen”

Ausland
12.03.2014 05:56
Die Ukraine wird nach den Worten von Übergangspräsident Alexander Turtschinow nicht militärisch auf der Krim eingreifen und will stattdessen ihre Ostgrenze schützen. "Wir können keine militärische Operation auf der Krim starten, weil dann unsere Ostgrenze bloß liegen würde und die Ukraine nicht geschützt wäre", so Turtschinow. "Darauf zählt die russische Armee." Indes will sich Premier Arseni Jazenjuk im Krim-Konflikt am Mittwoch in Washington Rückendeckung von den USA holen.

Turtschinow bezeichnete den für Sonntag geplanten Volksentscheid über einen Beitritt der Schwarzmeer-Halbinsel zur Russischen Föderation als "Farce". "Was als Referendum bezeichnet wird, spielt sich nicht auf der Krim ab, sondern in den Büros des Kremls", sagte er am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Weiters meinte er, Moskau lehne jeden Kontakt zu Kiew ab. Dies betreffe etwa die "Ebene der Außenminister", obwohl die Weltgemeinschaft "den Beginn von Friedensverhandlungen" verlange.

Das Parlament der Krim in der regionalen Hauptstadt Simferopol hatte zuvor fast geschlossen für eine Unabhängigkeitserklärung gestimmt. Nach dem Volksentscheid über den künftigen Status der Region will sich die Krim demnach an die Russische Föderation wenden, um "als neues Subjekt der Föderation" aufgenommen zu werden. Die ukrainische Halbinsel steht nach einem russischen Militäreinsatz faktisch bereits unter der Kontrolle Moskaus.

Jazenjuk trifft in Washington mit Obama zusammen
Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk will sich am Mittwoch der Rückendeckung der USA versichern. Dazu kommt er in Washington mit Präsident Barack Obama zusammen. Mit dem Besuch werde die starke Unterstützung der USA für das ukrainische Volk unterstrichen, teilte die US-Regierung mit. Es gehe um eine friedliche Lösung des Krim-Konflikts.

Der US-Kongress hat am Dienstag einen umgehenden Abzug russischer Truppen von der ukrainischen Halbinsel gefordert und härtere Sanktionen gegen Moskau verlangt. In einer einstimmig verabschiedeten Entschließung des Senats hieß es, Russland solle aus der Gruppe der acht weltweit führenden Industrienationen ausgeschlossen werden.

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