Guter Geschmack

Alte burgenländische Bohnensorten in aller Munde

Burgenland
11.11.2025 11:00

„Das interessiert mich nicht die Bohne“ mag im alltäglichen Leben womöglich oft seine Richtigkeit haben, auf die Hülsenfrüchte selbst trifft der gängige Spruch allerdings nicht zu. Bohnen zählen zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Die Neugierde wecken derzeit vor allem seltene Sorten.

Dass der Burgenländischen Bohne als regionale Spezialität internationale Anerkennung zuteilwird, ist ein Verdienst von Züchter Roland Pöttschacher aus Loipersbach, Mitbegründer der Interessensgemeinschaft „Bohna Vista Local Hub“. Im Rahmen des Slow-Food-Projekts „Arche des Geschmacks“ werden weltweit lokale Raritäten, die nachweislich eine bedeutende Geschichte in einem Gebiet aufweisen, geschützt.

Sortenerhalt als Ziel
Diese Anerkennung gilt speziell für drei pannonische Sorten: Rosalia Rot Weiß Gescheckte, Loipersbacher Rindsuppenbohne und Ödenburger Sechswochenbohne. „Der Anbau in unserer Naturparkgemeinde, der den Sortenerhalt zum Ziel hat, steht heuer unter besonderen Vorzeichen. Weiterführende Experimente gemeinsam mit Bio-Bauer Harald Strassner sollen unsere Bemühungen krönen“, erklärt Pöttschacher.

Roland Pöttschacher, Uschi Zezelitsch und Harald Strassner von „Bohna Vista Local Hub“.
Roland Pöttschacher, Uschi Zezelitsch und Harald Strassner von „Bohna Vista Local Hub“.(Bild: BohnaVista)

Bereits 2017 hatte der Loipersbacher Lebensmitteltechnologe im Rahmen seiner Initiative „Ponzichter“ begonnen, sich mit der Burgenländischen Bohne näher auseinanderzusetzen. Mit Pöttschacher und Strassner die Dritte im Bunde ist Uschi Zezelitsch.

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Unser vorrangiges Ziel ist, alte Sorten zu bewahren – in der Küche, im Gemüsegarten, als regionales Kulturgut.

Roland Pöttschacher

Großes Interesse an Raritäten
„Die Bohne ist nicht nur ein wichtiger Beitrag für den Erhalt des überlieferten Wissens und der Biodiversität der Region, sondern ebenso ein Thema von morgen, wenn der Blick auf eine verantwortungsbewusste Ernährung mit alternativen und schmackhaften Eiweißquellen gerichtet ist“, merkt Kerstin Rohrer von Slow-Food-Burgenland an. Wie groß das Interesse an Bohnenraritäten ist, zeigte eine Präsentation vor Kurzem in der Stadtvilla in Eisenstadt. Mehr als 70 bäuerliche Produzenten, Saatgutvermehrer und private Hülsenfrüchtefans folgten den tiefgründigen Ausführungen.

„Das war der Auftakt für weitreichende Aktivitäten von ,Bohna Vista Local Hub’ und Slow-Food-Burgenland“, heißt es. Geplant sind weitere Netzwerktreffen sowie ein Aufruf an die lokale Gastronomie, typisch burgenländische Bohnengerichte (wieder) vermehrt auf die Speisekarten zu setzen. Ganz im Sinne der Slow-Food-Philosophie: „Essen, was man retten will!“

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