
Er gilt als knallharter Politiker, der Dinge durchsetzt. Nach Rücktritt des Vorgängers wurde Anton Kasser neuer niederösterreichischer Kliniken-Landesrat. Er muss sich rasch einarbeiten, denn bei dem Thema gibt es riesengroße Baustellen.
Überraschend kam der Rücktritt von Kliniken-Landesrat Ludwig Schleritzko, der maßgeblich bei der Ausarbeitung des Gesundheitspakts das Heft in der Hand hielt. Jetzt muss sich Nachfolger Anton Kasser (62) rasch in das riesige Themengebiet einarbeiten. Denn man steht beim Gesundheitspakt 2040+ erst am Beginn der Umsetzung und ist mit heftiger Kritik aus vielen Regionen konfrontiert.
Klare Ansage nach Wien
Zusätzlich spitzt sich der Spitalsstreit mit Wien immer mehr zu. Patienten aus NÖ werden dort abgelehnt, obwohl die Bundeshauptstadt ohnehin Gelder Niederösterreichs aus dem Finanzausgleich bekommt. „Und damit werden auch unsere Gastpatienten in Wien abgegolten“, betont der Neo-Landesrat. Man habe Verständnis für den finanziellen Druck aller Länder, speziell auch für Wien. „Aber eines ist klar: Wir werden nicht zulassen, dass Wien seine Budgetlöcher auf Kosten niederösterreichischer Patienten stopft!“, so Kasser.
Konfrontiert mit den Kalkulationen des Gesundheitsökonomen Ernest Pichlbauer, der vorrechnet, dass Wien doppelt so hohe Kosten für die Infrastruktur im Vergleich zu allen anderen Bundesländern habe, findet der Landesrat diese Analyse „fachlich interessant“ – sie weise auf Diskrepanzen hin, die man wiederholt in der Debatte beobachte.
Abgewiesene Patienten auch im Burgenland?
Eine „Krone“-Leserin berichtete, dass Landsleute auch bereits im Burgenland abgewiesen werden, was Kasser bislang nicht bekannt sei. „Bei der Gastpatientenversorgung stehen unsere beiden Länder Seite an Seite.“ Sollte es im Burgenland tatsächlich Fälle geben, prüfe man diese umgehend, verspricht der neue Landesrat, in dessen Ressort der Betreiber aller NÖ-Kliniken, die Landesgesundheitsagentur (LGA), fällt.
Schwerpunkte und regionale Basisversorgung
Zum Gesundheitspakt betont Kasser folgenden Leitsatz für mehr Sicherheit und Qualität: „Schwerpunktbildung dort, wo Routine Qualität schafft und wohnortnahe Basisversorgung. Nicht jedes Spital kann alles auf höchstem Niveau anbieten.“
Hoffen auf kürze OP-Wartezeiten
Zwar nicht der Kragen, aber die Mandeln „platzen“ indes 1000 Niederösterreichern, die auf eine Mandeloperation lange warten müssen. Im Fall der achtjährigen Sophia – die „Krone“ berichtete – wären das sogar zwei Jahre gewesen, was nun zum Glück doch schneller geht. Kasser hofft, dass durch das Projekt „HNÖ hilft“, bei dem zusätzliche OP-Kapazitäten für Operationen bei Kindern geschaffen wurden, nun die Wartezeit spürbar verkürze. Derzeit liege man im österreichweiten Schnitt von 15 bis 18 Monaten.
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