OP-Termin für Kind

„Urenkerl wird wieder unbeschwert hören können“

Niederösterreich
02.10.2025 06:00

Zärtliche Worte der Mutter und ein Lachen der Freunde – die achtjährige Sophia aus Niederösterreich wird das alles schon bald hören können. Denn sie hat nach langem Hin und Her und dank der „Krone“ endlich einen OP-Termin – anfangs wäre dieser erst Mitte 2026 gewesen.

Irgendwann in den heißen Junitagen des übernächsten Jahres wäre die achtjährige Sophia aus Gänserndorf an den Rachenmandeln und den Ohren operiert worden. Wie berichtet, leidet das Mäderl schon lange unter schrecklichen Schmerzen – in der Schule musste sie ganz nach vor gesetzt werden, weil sie kaum mehr hörte.

Schwimmen und duschen ging sie nur mehr mit Ohrstöpseln, um weitere HNO-Beschwerden zu vermeiden. „Mein Urenkerl hat Schmerzen, und wenn sie nicht rasch behandelt wird, dann ist sie auf einen Hörapparat angewiesen“, hatte ihr Uropa Robert Pintz bei der „Krone“ Alarm geschlagen.

Notfall-OP jetzt im nächsten Jahr
Von der „Krone“ auf diesen speziellen Fall aufmerksam gemacht, handelte die Landesgesundheitsagentur (LGA) sehr rasch. Der bereits vereinbarte Voruntersuchungstermin am Mittwoch mündete alsbald in der Zusage eines Eingriffes im Krankenhaus Krems – und das schon kommenden Jänner. Als Notfall-OP abgehandelt, werden dann erst einmal die Mandeln entfernt.

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Ich finde es wichtig, dass die Leute wissen, dass man sich nicht alles gefallen lassen muss von unserem Gesundheitsystem.

Sophias Uropa Robert Pintz

„Erkranktes“ Gesundheitssystem 
Ob an den Ohren, was gemacht werden kann, werde in der Regal spontan bei der Operation entschieden. Die Familie atmet auf: „Stellen Sie sich vor, das Kind hätte ihr Leben lang Probleme mit dem Gehör – das kostet das System im Endeffekt noch viel mehr als eine kurze OP“, sagt ihr Uropa. Am wichtigsten sei ihm die Gesundheit von Sophia, aber: „Es muss etwas am gesamten Gesundheitssystem verändert werden, damit kein Kind zwei Jahre lang auf eine Operation warten muss.“

Dafür könnten die Ärzte selbst nichts, aber die Politik müsse für Veränderung sorgen. „Wenn es zu wenig Personal gibt, kann man verstehen, dass die Ärzte überarbeitet sind und dann vorsichtshalber nicht voreilig operieren wollen“, sagt Pintz und ergänzt: „Es muss sich was ändern am Arbeitsklima in den Spitälern.“

1500 Kinder auf der HNO-Warteliste
Sophia ist keinesfalls ein Einzelfall. Aktuell dauert es bei allen Kindern um die eineinhalb Jahre, bis sie operiert werden. Obwohl eine Mandeloperation grundsätzlich ein Eingriff ist, der nur wenige Minuten dauert, sind aktuell laut LGA rund 1500 Kinder auf der Warteliste dafür. Früher, vor der Pandemie, musste man maximal drei Monate bis zum nächsten Termin warten. 

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