Sicherheitsrisiko

Daten von 25 Prozent der Abgeordneten im Darknet

Web
01.10.2025 11:06
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Daten von einem Viertel der österreichischen Nationalratsabgeordneten sind im Darknet aufgetaucht. Das geht aus einer Untersuchung des Schweizer E-Mail-Anbieters Proton und des US-Unternehmens Constella Intelligence hervor. Zu dem Datenleck kam es vermutlich, weil Abgeordnete ihre offiziellen E-Mail-Adressen auf Drittanbieter-Plattformen wie LinkedIn, Dropbox und Adobe sowie auf Dating-Portalen nutzten.

Von 183 untersuchten E-Mail-Konten waren 45 kompromittiert, insgesamt fanden die Unternehmen 255 Datensätze im Darknet. Bei 48 Konten wurden Passwörter exponiert, 39 davon im Klartext und damit für jeden Angreifer unmittelbar einseh- und nutzbar. In einem besonders drastischen Fall registrierten die Sicherheitsspezialisten 21 Datenlecks bei einer Person. 44 Abgeordnete waren von der Veröffentlichung persönlich identifizierbarer Daten wie Adressen oder Geburtsdaten betroffen.

„Gravierende Schwachstellen“
„Die Veröffentlichung sensibler Daten österreichischer Politikerinnen und Politiker offenbart eine gravierende Schwachstelle in der digitalen Sicherheit öffentlicher Personen. Mit 45 kompromittierten Konten - darunter viele mit unverschlüsselten Passwörtern – gehen die Konsequenzen weit über den bloßen Verlust der Privatsphäre hinaus. Solche Vorfälle bergen ein direktes Risiko für die nationale Sicherheit und untergraben das Vertrauen in die betroffenen Amtsträger“, kommentierte Eamonn Maguire, Leiter für Kontosicherheit bei Proton.

Kompromittierte Konten setzen Politikerinnen und Politiker demnach einem erhöhten Risiko durch Datenlecks, Erpressung, Spionage oder Desinformationskampagnen aus. Das Unternehmen empfiehlt daher die Einführung eines einheitlichen, sicheren E-Mail-Anbieters für sämtliche offizielle Kommunikation.

Dadurch ließe sich vermeiden, dass dienstliche Konten für private Zwecke verwendet werden – und das Risiko einer Datenkompromittierung würde deutlich reduziert. Die Studie macht außerdem auf eine weit verbreitete Nutzung herkömmlicher, weniger sicherer E-Mail-Dienste wie Gmail, Hotmail und Outlook aufmerksam, die nicht über dieselben Datenschutzfunktionen verfügen wie spezialisierte Anbieter.

Kein Einzelfall
Frühere Untersuchungen im Rahmen von Protons weltweiter Analyse zur Datenexponierung politischer Entscheidungsträger haben ähnliche Risiken bei Politikerinnen und Politikern in Großbritannien (68 Prozent betroffen), dem Europäischen Parlament (44 Prozent), Frankreich (18 Prozent), der Schweiz (16 Prozent) und Deutschland (13 Prozent) festgestellt. Diese Ergebnisse machten deutlich, „wie dringend politische Institutionen die digitale Sicherheit ihrer Mitglieder verbessern müssen“, so Proton.

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