Der Wiener Polizeipräsident verteidigt die Pläne für ein nationales Trageverbot von „Mörderklingen“ – Straßenpolizisten sollen entlastet werden, doch es braucht wohl noch mehr Maßnahmen ...
Während Personalvertreter in Sachen Messertrageverbot Alarm schlagen, erteilt Wiens Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl dem Vorstoß von ÖVP-Innenminister Gerhard Karner eine klare Zusage. Für ihn ist das Messertrageverbot kein zusätzlicher Ballast für die Beamten – im Gegenteil: eine Entlastung.
„Das Ziel ist klar: Ein Gesetz zu schaffen, um Messer aus dem öffentlichen Raum zu verbannen und dadurch Gefahren zu vermeiden“, so Pürstl. Schon jetzt habe die Wiener Polizei mit Waffenverbotszonen & Co. gute Erfahrungen gemacht.
Mehr Befugnisse, leichtere Arbeit?
Künftig sollen die Einsatzkräfte nicht nur mehr Befugnisse, sondern auch endlich eine eindeutige und klare Rechtslage bekommen: „Den Polizistinnen und Polizisten stehen dabei mehr Befugnisse zur Durchsuchung und Sicherstellung zur Verfügung, die helfen, eine klare Rechtslage umzusetzen. Dadurch wird der polizeiliche Alltag bei Kontrollen, die ohnehin stattfinden, erleichtert“, betont der General.
Das Ziel ist, ein Gesetz zu schaffen, um Messer aus dem öffentlichen Raum zu verbannen.

Gerhard Pürstl, Wiens Polizeipräsident
Bild: APA/GEORG HOCHMUTH
Allein mit altbewährter Polizeiarbeit dürfte die Waffengewalt im Land aber nicht zu stoppen sein. Es braucht wohl mehrere Maßnahmen. Während ein generelles Verkaufsverbot für überlange „Mörderklingen“ aber wohl undenkbar ist, könnten einfache, aber bewährte Tricks zu einer erheblichen Reduktion von Stichwaffen führen.
Keine Fragen und Strafen – viel weniger Messer!
In Nordengland etwa stapeln sich auch die Klingen – aber nicht auf der Straße, sondern in speziellen Sammelboxen. Mehr als 1700 Messer wurden seit Februar in Nord-Yorkshire in sogenannten Knife Bins abgegeben: Jagdmesser, Dolche, Macheten. Alles, was potenziell zur Waffe werden könnte, landet dort – sicher und anonym.
Die Idee ist simpel, aber genial: Wer ein Messer loswerden will, wirft es einfach in den stählernen Schlund. Keine Fragen, keine Strafen. Das Ergebnis? Hunderte gefährliche Klingen verschwanden aus dem öffentlichen Raum.
Gerade in Zeiten, in denen in Österreich die Angst vor Messerangriffen wächst, könnte dieses Modell auch hierzulande Schule machen. Denn eines ist klar: Jede abgegebene Klinge ist ein Messer weniger, das in einer Auseinandersetzung gezogen werden kann.
Ob Wien, Graz oder Innsbruck – „Knife Bins“ direkt in den Städten könnten eine einfache Antwort auf die wachsende Unsicherheit sein. England zeigt vor, dass Prävention teils sehr einfach sein kann.
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