In den ersten drei Quartalen des heurigen Jahres schlitterten in Oberösterreich bereits 598 Unternehmen in die Insolvenz. Davon betroffen sind knapp 2600 Mitarbeiter. Der Gläubigerschutzverband KSV1870 nennt das hohe Kostenniveau, die anhaltende Rezession und globale Risiken als Gründe.
Bundesweit steuert Österreich laut einer Hochrechnung des Kreditschutzverbandes von 1870 heuer sogar auf 7000 Firmenpleiten zu – die „Krone“ berichtete. In Oberösterreich war der Anstieg der Insolvenzen mit einem Plus von 18 Prozent in den ersten drei Quartalen 2025 besonders hoch. Nur in Salzburg war der Zuwachs mit 25,5 Prozent noch größer.
Über Handel, Bau und Gastro kreist Pleitegeier
Im Land ob der Enns kristallisierten sich heuer der Handel mit 129 Pleitefällen, die Bauwirtschaft (mit 92) und die Gastronomie (mit 72) als besonders betroffene Branchen heraus. „Hohe Kosten, sinkende Nachfrage, Wettbewerb durch Online-Handel und Bürokratie bilden eine gefährliche Mischung, die für viele Betriebe über einen längeren Zeitraum nicht zu stemmen ist“, sagt Petra Wögerbauer vom KSV1870. Kurzfristig seien sogar noch weitere Insolvenzen im Handel wahrscheinlich. „Im Handel ist es in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten besonders wichtig, das eigene Geschäftsmodell ständig zu hinterfragen und die Betriebsgröße anzupassen, wenn möglich. Investitionen in den Ausbau von Onlineangeboten und besserer Kundenbindung sind lohnend“, so Wögerbauer weiter.
Industriestandort besonders betroffen
Die nach Passiva größte Insolvenz im ersten Halbjahr 2025 war in Oberösterreich die Pleite der Steyregger Baufirma mglass – sie hatte Schulden von 33,7 Millionen Euro aufgebaut. In Summe schlitterten in den ersten drei Quartalen 598 oberösterreichische Unternehmen in die Pleite, mit in Summe knapp 2600 Mitarbeitern.
Die Prognose des Gläubigerschutzverbandes ist nicht gerade erbaulich: Oberösterreich treffe die Industrie-Rezession stärker als andere Regionen. „Sollte es nicht rasch zu einer Erholung der Konjunktur kommen, erwarten wir einen weiteren Anstieg der Insolvenzen“, sagt Petra Wögerbauer.
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