Dank eines neuen Geräts und eines Kooperationsvertrags zwischen Med-Uni Innsbruck und Tirol Kliniken können Tumore jetzt in Innsbruck blitzschnell analysiert werden. Aber beim Thema Pathologie sind Med-Uni und das Land mit den Tirol Kliniken fundamental uneins.
Eigentlich stand der Pressetermin Mittwoch im Institut für Neuropathologie der Medizin-Uni Innsbruck unter dem Motto Zusammenarbeit. Neben Uni-Rektor Wolfgang Fleischhacker waren Gesundheits-Landesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) und Christian Haring, medizinischer Geschäftsführer der Tirol Kliniken, gekommen.
Alle neuropathologischen Untersuchungen für Hirntumore, Demenz und andere Erkrankungen des zentralen Nervensystems werden jetzt an einem Standort durchgeführt. Zum Teil mit einem neuen Mini-Gerät, das nicht größer als ein Handy ist, wie die Leiterin des Institutes Adelheid Wöhrer ausführte. Was damit möglich ist? „Wir können so Hirntumore noch während einer Operation analysieren und den Chirurgen rasch wichtige Rückmeldungen bei risikoreichen Eingriffen geben.“ Immerhin gibt es rund 180 unterschiedliche Tumortypen.
Um diese Analyse an einem Standort durchführen zu können, musste ein Kooperationsvertrag zwischen Med-Uni und den Tirol Kliniken geschlossen werden. Für Landesrätin Hagele soll dieser „als Blaupause für weitere Zusammenarbeit bei pathologischen Untersuchungen dienen“. Die Anwesenden betonten auch, wie wichtig die enge Verbindung zwischen Forschung und Patientenversorgung ist.
Rektor dafür, Landesrätin dagegen
In Bereich der Pathologie wurde diese Verbindung vor einigen Jahren aufgelöst. Wie berichtet, gründeten die Tirol Kliniken 2018 nach einem jahrelangen Streit mit der Med-Uni ihre eigene Pathologie. An dieser will Hagele trotz heftiger Kritik des Rechnungshofes wegen explodierender Kosten von 2,29 Millionen Euro auf 9,63 Millionen Euro in nur sechs Jahren festhalten.
Rektor Fleischhacker erklärte auf Nachfrage, dass es das Ziel der Med-Uni sei, künftig wieder nur eine Pathologie zu haben. „Keine Universitäts-Klinik in Österreich“ leiste sich solche Parallelstrukturen. Für Hagele und Haring ist eine Zusammenführung derzeit jedoch kein Thema. „Da muss ich bremsen“, meinte die Landesrätin wörtlich.
600 Proben kommen pro Jahr in das Labor
Wie wichtig enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Patientenversorgung ist, wird am Beispiel Neuropathologie nur allzu deutlich. 600 Proben pro Jahr werden laut Wöhrer in Innsbruck untersucht. Das liefert nicht nur wichtige Daten für die behandelnden Ärzte, sondern auch für die Entwicklung neuer Medikamente und besserer Diagnosemethoden etwa bei Demenz. Das neue Blitzverfahren ist übrigens derzeit nur in Innsbruck und Wien im Einsatz.
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