Über 50 Mitarbeiter der Notarzteinsatzfahrzeuge – Notärzte, Pflegepersonen und Sanitäter aus ganz Vorarlberg – sind am vergangenen Wochenende im Panoramasaal des Landeskrankenhauses Feldkirch zusammengekommen, um ihre Kenntnisse und Fertigkeiten in der präklinischen Notfallversorgung zu vertiefen.
„Von der Wiederbelebung mit einem modernen Gerät über die Versorgung starker Blutungen bis hin zur nichtinvasiven Beatmung und der Bergung mit der Drehleiter konnten die Teilnehmenden ihr Wissen aktiv anwenden und erweitern“, erklärt der diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin Lucas Kuster von der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin am LKH Feldkirch. In den Theorieeinheiten gaben erfahrene Referenten aus Medizin, Pflege und Rettungsdienst einen fundierten Überblick über Themen wie Großschadensereignisse, Sicherheit im Einsatz, erweiterte Notfallkompetenzen und den aktuellen Stand der Lehre im Roten Kreuz.
Interprofessionelle Zusammenarbeit
Alarmiert werden die Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) mitsamt Team von der RFL (Rettungs- und Feuerwehrleitstelle), gegebenenfalls erfolgt eine Nachforderung durch Mitarbeiter der Rettungsdienste. Die NEF-Teammitglieder verrichten in der einsatzfreien Zeit ihren Dienst im Krankenhaus. Steht ein Einsatz an, werden sie mittels Piepser verständigt.
Die Regelbesatzung eines NEF besteht aus einem Notfallsanitäter des Roten Kreuzes, der in der Regel auch das Fahrzeug lenkt, einer diplomierten Pflegekraft mit Sonderausbildung Intensiv-/ Anästhesiepflege und einem Notärzt. „In einer Notfallsituation ist die interprofessionelle Zusammenarbeit ganz besonders wichtig; die gemeinsame Fortbildung fördert den Austausch der Einsatzkräfte über Berufsgruppen hinweg“, erklärt Lucas Kuster.
Die häufigsten Notfalleinsätze betreffen Herz-Kreislauf- sowie Atembeschwerden, Verletzungen, Herzinfarkte, Herzkreislaufstillstand und allergische Reaktionen. Dann muss es schnell gehen: „Vom Notruf bis zum Wegfahren des NEF braucht unser Team etwa zwei Minuten. Bis zum Eintreffen des NEF-Teams beim jeweiligen Patienten vergehen meist weniger als zehn Minuten“, berichtet Lucas Kuster. In entlegeneren Regionen Vorarlbergs kommen bei Notfällen außerdem sogenannte First-Responder-Gruppen zum Einsatz, also organisierte, geschulte Ersthelfer.
Schnelles Handeln ist entscheidend
Notfallmäßig versorgt werden Patienten, die in Lebensgefahr sind, also ein ausgeprägtes Problem mit ihren Vitalfunktionen haben oder aufgrund einer akuten Verletzung oder Erkrankung unter starken Schmerzen leiden. „Gerade bei einem vermutlichen Herz-Kreislaufstillstand können Angehörige oder andere bei einem vitalen Notfall Anwesende für das Überleben der betroffenen Person mitentscheidend sein, indem sie rasch einen Notruf unter 144 absetzen und auch mit den ersten Reanimationsmaßnahmen beginnen. Die ersten Minuten sind hier oft entscheidend“, betont Primar Reinhard Germann, Vorstand der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin.
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