Staudinger im Porträt

„Licht ist meine Farbe, die Kamera mein Pinsel“

Niederösterreich
26.08.2025 11:00

Er reist um die Welt, doch seine Wurzeln vergisst er nie: Manfred Staudinger bringt mit „dynamischer Fotografie“ das Licht und die Seele zurück in das heimatliche Weinviertel.

Sein Weg begann am Time Square in New York. 2007 hielt er dort die vibrierende Energie des Platzes mit seiner Digitalkamera fest – nicht als starres Bild, sondern als fließende, leuchtende Komposition. Von dort ging die Reise weiter: In die U-Bahn von Shanghai, wo Neonröhren zu pulsierenden Lichtbahnen wurden, und zu den flackernden Lichtern von Sevilla, die in seinen Werken wie tanzende Feuerlinien glühen.

Heute sind es mehr als 100 Städte, die Staudinger so eingefangen hat: Prag, Leipzig, Berlin, Dubai, Athen, Saigon, Venedig, Dresden, Mallorca, Beijing – und natürlich seine Heimatstadt Wolkersdorf. Jede Stadt wird bei ihm nicht bloß fotografiert, sondern auf besondere Weise gemalt. „Die Kamera ist mein Pinsel, das Licht meine Farbe“, sagt Staudinger.

An zwei Schauplätze können seine Werke im Herbst bewundert werden – sowohl im Schloss ...
An zwei Schauplätze können seine Werke im Herbst bewundert werden – sowohl im Schloss Wolkersdorf als auch in der „Galerie im ATELIERstaudinger“(Bild: LT-Direktion NÖ / Schultes)
(Bild: LT-Direktion NÖ / Schultes)
Manfred Staudinger mit seiner Frau Birgit
Manfred Staudinger mit seiner Frau Birgit(Bild: LT-Direktion NÖ / Schultes)
Wilfing, „Krone“-Redakteur Mark Perry, Staudinger, Litzka
Wilfing, „Krone“-Redakteur Mark Perry, Staudinger, Litzka(Bild: LT-Direktion NÖ / Schultes)

Seit 1977 ist er Maler und Zeichner und erweitert eingefangene Momente ins Unendliche: Eine Glühbirne erscheint als ruhiges Dauerlicht, eine Neonlampe zerfällt in flackernde Bildpunkte. Der Architekt und Inhaber des Ateliers am Hauptplatz hält Standbilder fest – und macht daraus bewegte Gemälde aus Licht. „Fang meine Seele ein, die ich dort gesehen hab“, beschreibt der 66-Jährige seine Mission.

Kulturelles Selbstbewusstsein geprägt
Auch Bürgermeister Dominic Litzka kommt angesichts der Werke ins Schwärmen: „Manfred ist ein Botschafter unserer Stadt. Er trägt unser Wolkersdorf hinaus in die Welt – und bringt die Welt zurück zu uns.“ Und Landtagspräsident Karl Wilfing, sein Mentor, ergänzt: „Mein kreativer Freund hat nicht nur 219 Projekte umgesetzt – er hat das kulturelle Selbstbewusstsein des Weinviertels geprägt.“ Die Ausstellung umfasst 120 Werke, ergänzt durch Landschaften, Wasserwelten und Zeichnungen. Dazu ein 23-minütiger Film aus 350 Bildern, vertont von Bruder Gerhard.

Zitat Icon

Vom Time Square über Shanghai bis Sevilla – Staudinger ist ein Künstler, der das Licht der Welt einfängt und es seiner Heimat zurückschenkt.

Landtagspräsident  Karl Wilfing

Die Vernissage findet am 12. September um 19 Uhr auf Schloss Wolkersdorf statt. Doch Staudingers Blick richtet sich auch nach innen. In seinem Atelier hat er gotische Wandmalereien freilegen lassen. 16 Jahre lang sanierte er sein eigenes Haus aus dem 14. Jahrhundert in der Wolkersdorfer Innenstadt. Heute ein Vorzeigeprojekt.

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