Eine Ganztagesschule ohne klares Konzept für die Nachmittagsbetreuung: Klar sorgt das für Zündstoff. Doch während die Eltern in Oberwart letztlich eine Lösung erkämpften, streiten die Parteien munter weiter.
„Ich bin entsetzt“, sagt eine Mutter eines sechsjährigen Buben, der am 1. September seinen ersten Schultag in der neuen Volksschule Oberwart begeht. „Interessantes Statement, vor allem, wenn man die Vorgeschichte kennt“, ergänzt eine andere Mama – als Reaktion auf die jüngste ÖVP-Aussendung. Gemeinsam mit vielen anderen Eltern haben sie wochenlang der Stadtgemeinde die sprichwörtliche Tür eingerannt, um eine Mittagsgruppe in der schulischen Tagesbetreuung der neuen Volksschule durchzusetzen.
Statt auf Verständnis, sei man jedoch auf taube Ohren gestoßen, so der Tenor der Eltern. Obwohl den Familien zuerst im neuen Bildungscampus eine eigene Mittagsgruppe versprochen wurde, sogar schriftlich. Kurz vor Schulstart kam dann die Kehrtwende – gestrichen, zu teuer. Eltern standen plötzlich ohne Betreuung da. Gemeinsam mit der SPÖ machten sie weiter Druck.
Am Dienstagabend dann die Kehrtwende, Stadtchef Georg Rosner präsentierte eine Lösung: Kinder können nun bis 13 Uhr bleiben, inklusive Mittagessen und Aufsicht. Viele Eltern waren erleichtert. Doch statt Anerkennung gab es sofort den nächsten Polit-Zoff. In einer Presseaussendung der ÖVP erklärte Bürgermeister Georg Rosner, die Lösung sei „lange vor der SPÖ-Aussendung fixiert“ gewesen. Von einer „Mittagsgruppe“ könne keine Rede sein, vielmehr handle es sich um ein flexibles und günstigeres Modell. Die SPÖ wiederum habe „nur Stimmung auf sozialen Medien gemacht“.
Eltern warten weiter auf offizielle Info der Stadt
Für Eltern klingt das wie Hohn. „Ohne unser Drängen wäre nichts passiert“, heißt es. Und komisch finden viele auch: Wenn die Lösung schon länger feststand, wie die ÖVP sagt – warum wurden wir Eltern bis jetzt nicht darüber informiert?
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