Bregenzer Festspiele

SOV sorgt für umjubelten Schlussakkord

Vorarlberg
17.08.2025 19:27
Porträt von Anna Mika
Von Anna Mika

Märchenhaftes präsentierte das Symphonieorchester Vorarlberg bei seiner traditionellen Festspielmatinee. Es war ein überaus würdiges Finale der Bregenzer Festspiele, das Publikum dankte mit begeisterndem Applaus.

Die seit Jahrzehnten traditionelle sonntägliche Festspielmatinee des Symphonieorchesters Vorarlberg beschloss auch dieses Jahr die Bregenzer Festspiele. Im Zentrum des Programms stand Gustav Mahlers vierte Symphonie, in deren Schlusssatz ein Sopran die „himmlischen Freuden“ besingt, die allerdings eher ein Schlaraffenland schildern. Der Text aus „Des Knaben Wunderhorn“ mutet kindlich an, und so lag es nahe, das Konzert mit einer „Fantasie“ über Engelbert Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ von Oskar Fried einzuleiten.

Die Komponistin Alma
Ein großes Orchester, fabelhaft instrumentiert, widmet sich den einfachen und frommen Melodien. Und ein groß besetztes Orchester ist auch gefordert bei Alma Mahlers Liedern. Diese stehen im Original für Stimme und Klavier und erklangen hier in einer Orchestrierung von David und Colin Matthews. Die legendenumrankte Alma Mahler-Werfel war eine vielversprechende Komponistin, bevor ihr Gustav Mahler vor der Heirat das Komponieren untersagte, kurz vor seinem Tod allerdings seine Meinung änderte und die Veröffentlichung ihrer Lieder unterstützte. Bei der Festspielmatinee sang die attraktive ungarische Mezzosopranistin Dorottya Láng sieben dieser Lieder mit Wärme und starker Emotion. Im Verein mit dem SOV und dessen Leiter Leo McFall offenbarte sie die Leuchtkraft und Schönheit dieser Werke.

Im besten Sinne österreichisch
Nach der Pause erklang nun Gustav Mahlers „Vierte“, die mit ihrer Spieldauer von etwa einer Stunde allein schon ein Programm gefüllt hätte. Das regte Leo McFall nicht zur Eile an, ganz im Gegenteil, so ruhig und besinnlich, so rubatofreudig und im besten Sinne österreichisch hört man dieses Werk kaum. Als Beispiel mag das Ende des dritten Satzes dienen, wo nach einem machtvollen Aufbäumen des vollen Orchesters, buchstäblich mit Pauken und Trompeten, sich mit zartesten Klängen eine wahrhaft himmlische Ruhe ausbreitete.

Das SOV zeigte sich wieder einmal sehr spielfreudig.
Das SOV zeigte sich wieder einmal sehr spielfreudig.(Bild: Mathis Fotografie)

Das Sopransolo des letzten Satzes war der Finnin Sonja Herranen anvertraut, die klar und textdeutlich sang. Zusammen mit Leo McFall und dem SOV nahm sie den begeisterten Applaus im voll besetzten Festspielhaus entgegen. Mit der letzten Aufführung des „Freischütz“ auf der Seebühne am Sonntagabend endete die erste Saison, die Lilli Paasikivi verantwortete – die Finnin löste mit ihren künstlerisch hochwertigen und dabei entspannt originellen Programmierungen große Begeisterung aus.

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