Seit Längerem läuft die Suche der JUFA-Hotel-Gruppe nach einem neuen Investor, der Abschluss ist laut dem Unternehmen in Sichtweite. Auch wirtschaftlich ist man wieder auf Vor-Corona-Niveau. Doch offene Fragen bleiben – auf deren Beantwortung drängen nun die Grünen.
Die angespannte finanzielle Lage der lange Zeit stark expandierenden, steirischen JUFA-Gruppe ist kein Geheimnis und wird vom Firmenchef Gerhard Wendl insbesondere auf die Corona-Zeit und fehlende Hilfen zurückgeführt. Aktuelle Jahresabschlüsse liegen nicht vor. Im Vorjahr wurde bekannt, dass einige Standorte, darunter in der Steiermark Admont, Pöllau und Seckau, aufgegeben werden.
Ein Investor wurde gesucht und in Niederösterreich wohl auch gefunden – doch grünes Licht gibt es noch nicht. Eine Hürde sind 16,6 Millionen Euro an Darlehen, welche das Land Steiermark einst der JUFA-Gruppe gewährte – unter dem Titel „Ortserneuerungsmaßnahmen“. Ob und wann diese zurückgezahlt werden müssen, beschäftigt ja auch Gemeinden wie Ramsau. Gerüchte, wonach JUFA und das Land über einen teilweisen Schuldenerlass verhandeln, verstummen nicht, werden aber von keiner Seite bestätigt.
Die JUFA-Hotels erfüllen eine zentrale Rolle für Schulklassen, Vereine und Familien – sie sind auch ein Gewinn für das Land Steiermark.

Jakob Schwarz (Die Grünen)
Bild: Ulrike Wieser
„Darlehen nicht einfach abschreiben“
Die Grünen wollen nun nachbohren. Der steirische Nationalratsabgeordnete Jakob Schwarz und Landtagsabgeordneter Lambert Schönleitner haben einen Brief an Finanzlandesrat Willibald Ehrenhöfer gerichtet. Dort sprechen sie sich „ausdrücklich“ dafür aus, bestehende Darlehen „nicht einfach abzuschreiben, sondern es als Hebel zu nutzen, um sicherzustellen, dass das Erbe der Jugendherbergen sowie die mit öffentlichen Mitteln zu errichteten Infrastrukturen nicht einer rein privatwirtschaftlichen Verwertung unterliegen.“
Die beiden Grün-Politiker fordern Aufklärung: Etwa, wie viele öffentliche Mittel insgesamt von Land und Gemeinden an die JUFA-Gruppe geflossen sind, ob es Bürgschaften und andere Haftungen gibt, und wie man generell mit dieser Situation umgehen möchte.
„Vor-Corona-Niveau teilweise übertroffen“
Von der JUFA-Gruppe heißt es auf Anfrage: „Bilanziell beschäftigt uns Corona noch immer. Wir sind aber dabei, diese Situation mit einem neuen Investor aufzuarbeiten.“ Man blicke dem Abschluss der Gespräche optimistisch entgegen.
Wirtschaftlich laufe die aktuelle Sommersaison sehr gut: „Operativ haben wir wieder an das Vor-Corona-Niveau angeschlossen und teilweise sogar übertroffen. Der Juni 2025 war tatsächlich der stärkste Monat seit unserer Gründung. Somit haben wir Corona operativ hinter uns gelassen, was uns in der Vorschau sehr zuversichtlich stimmt.“
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