Pässe gefälscht

Fünf Monate für „Lernhilfe“ bei Integrationsexamen

Oberösterreich
09.07.2025 14:00

Für mindestens sieben Landsmänner soll ein Nigerianer (47) die Integrationsprüfung absolviert haben, wobei er gefälschte Pässe mit ihrem Namen, aber seinem Bild vorzeigte. Sechs Männer wurden am Mittwoch für die Vergehen am Landesgericht Linz zu bedingten Haftstrafen verurteilt.

Sie wollten einen österreichischen Aufenthaltstitel. Doch bei der Integrationsprüfung werden Sprachkenntnisse abgeprüft – und Deutsch ist bekanntlich keine einfache Sprache. Das sah auch der Staatsanwalt bei der Verhandlung am Landesgericht Linz am Mittwoch teilweise ein: Es sei menschlich, sich mangels Vorbereitungszeit Hilfe beim Lernen zu suchen. Nicht aber auf diese Art und Weise. 

Kopien überlassen
Die fünf Angeklagten (38, 41, 47, 48 und 54 Jahre alt) hatten dem Hauptbeschuldigten (47) nämlich Kopien ihrer Reisepässe überlassen. Ob der die Fälschungen selbst angefertigt oder nur in Auftrag gegeben habe, wussten auch die Angeklagten nicht.

Habe nur helfen wollen
Alle sechs Männer waren geständig. Der Erstangeklagte meinte, er habe „Freunden beim Lernen helfen wollen“, alle anderen entschuldigten sich und bekräftigten, die Prüfung rechtmäßig nachholen zu wollen. 

Mehrmonatige Haftstrafen
Verurteilt wurden die sechs Männer zu bedingten Freiheitsstrafen, auch aus generalpräventiven Gründen, wie die Richterin betonte. Fünf Monate und eine Geldstrafe von 480 Euro bekam der Erstangeklagte, vier Monate der Zweitangeklagte, der auch einen Bekannten an den „Service“ des Erstangeklagten vermittelt hatte. Die anderen vier wurden zu jeweils drei Monaten Haft verurteilt. Alle Sprüche sind rechtskräftig, nur der Erstangeklagte erbat sich Bedenkzeit. 

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