Baby vom Stiefvater

Schwangerschaft mit falscher Urinprobe vertuscht

Österreich
19.11.2013 17:11
Immer neue erschreckende Details werden im Fall jener Schülerin aus dem Burgenland bekannt, die mit elf Jahren missbraucht worden war und - wie berichtet - vor wenigen Tagen ein gesundes Baby zur Welt brachte. Unter dringendem Tatverdacht steht ihr 33 Jahre alter Stiefvater. In der Schule des Mädchens hatte man zuvor bereits Verdacht geschöpft und einen amtlichen Schwangerschaftstest erwirkt - doch der war negativ. Vermutlich, weil der Urin der jüngeren Schwester abgegeben worden war.

"Anfang Oktober waren in der Schule Verhaltensauffälligkeiten des Mädchens bemerkt worden. Es zog sich immer mehr zurück, fehlte öfters im Unterricht und wollte nicht mehr mitturnen", erklärt Bettina Horvath, leitende Sozialarbeiterin der Jugendwohlfahrt der burgenländischen Landesregierung. In Gesprächen sei daraufhin versucht worden, hinter das Geheimnis des Kindes zu kommen - das Mädchen blockte jedoch ab und gab nichts preis.

Daraufhin sei bereits der Verdacht einer Schwangerschaft aufgekommen, seitens der Behörde wurde ein Urintest angeordnet. "Der Befund war jedoch negativ", so Horvath. Recherchen der "Krone" ergaben, dass die Ärzte ausgetrickst worden waren. Offenbar stammte die Harnprobe nicht von dem Mädchen selbst, sondern von seiner jüngeren Schwester. Weitere Versuche seitens der Behörden, mit der Familie in Kontakt zu treten, seien jedoch zunehmend abgeblockt worden, heißt es.

Bürgermeister: "Wir sind erschüttert, finden keine Worte"
Doch nach der Geburt des Kindes ließ sich die grauenvolle Wahrheit nicht länger vertuschen. "Wir sind erschüttert, finden keine Worte", so der Bürgermeister des betroffenen Ortes. Er kennt den mutmaßlichen Kinderschänder persönlich. Der Langzeitarbeitslose war via AMS auch an die Gemeinde vermittelt worden. "Die Familie nahm am Dorfleben nicht teil", sagte der Bürgermeister.

Nur Mitte vergangener Woche waren der 33-Jährige und seine vier Jahre ältere Lebensgefährtin gesehen worden: Nämlich als sie Hochzeit feierten - wenige Tage nach der aufsehenerregenden Geburt.

Stiefvater in U-Haft, Verfahren auch gegen Mutter
Der Stiefvater wurde schließlich festgenommen und befindet sich mittlerweile in U-Haft. Doch auch gegen die 37-jährige Mutter wird nun ermittelt, teilte Magdalena Wehofer, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Eisenstadt, am Dienstagnachmittag mit. Gegen die Frau werde wegen des Vorwurfs des Quälens oder Vernachlässigens unmündiger Personen ermittelt, so Wehofer. Die Mutter sei bereits als Beschuldigte einvernommen worden. Sie wurde auf freiem Fuß angezeigt.

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