Noch im November

Hypo braucht wieder Geld - eine Milliarde nötig

Wirtschaft
09.11.2013 14:08
Der Kassasturz der Koalition ist noch nicht fertig, da wird bereits eine neue Soforthilfe für die notverstaatlichte Krisenbank Hypo Alpe Adria nötig. Die 700 Millionen Euro Kapitalspritze, die die Bank vom Bund zur Erstellung ihrer Halbjahresbilanz erhalten hat, haben nicht einmal drei Monate gereicht. Das Ö1-"Mittagsjournal" berichtete am Samstag, laut Insidern könnte die Bank bis Jahresende noch einmal 1 bis 1,3 Milliarden Euro brauchen – welche der Steuerzahler berappen muss.

Nachdem der Bund mit den erst im September geflossenen 700 Millionen Euro tiefe Löcher in der Halbjahres-Bilanz der Staatsbank auffüllen musste, ist schon wieder ein akuter Nachschuss nötig. Die Republik muss noch im laufenden Monat November weiteres Geld einschießen, da die Bank ansonsten wieder unterkapitalisiert wäre.

Die Bank hat am späten Freitagabend über die drohende Unterkapitalisierung und über Zuschuss-Verhandlungen mit der Republik informiert. In einer ad-hoc-Pflichtmitteilung teilte die Bank am Abend mit, "basierend auf aktuellen Hochrechnungen zur Eigenmittelsituation der Bank sowie unter Berücksichtigung der Erwartungen betreffend den Jahresabschluss 2013" sei davon auszugehen, "dass die gesetzlichen Vorschriften hinsichtlich Kapitalausstattung und Großveranlagungsgrenzen per Ende November 2013 nicht mehr erfüllt werden."

Und weiter: "Vor diesem Hintergrund ist die Hypo Alpe-Adria-Bank International AG mit ihrer Eigentümerin in finalen Gesprächen, um die erforderlichen Beschlüsse herbeizuführen, so dass "über geeignete Maßnahmen" im Rahmen der Beihilfenentscheidung der Europäischen Kommission vom 3. September "kurzfristig die Einhaltung der bankaufsichtsrechtlichen Vorschriften betreffend Kapitalausstattung und Großveranlagungsgrenzen sichergestellt werden kann."

Steuerzahler müssen nachschießen
Wie viel der Steuerzahler nun ganz kurzfristig - also binnen dreier Wochen per Ende November - in die Bank buttern muss, war am Samstag noch offen. Für den Jahresabschluss 2013 per Ende Dezember dürfte dem Vernehmen nach in Summe mindestens eine Milliarde an frischem Steuergeld nötig werden, es könnte auch mehr werden. Die Bank hat weiter hohe Verluste wegen teurer Beteiligungsabschreibungen. Das Finanzministerium bestätigte am Samstag den von der Hypo gemeldeten zusätzlichen Kapitalbedarf. Über die Höhe gab es jedoch keine Auskunft.

Zusammen mit den für den Halbjahresabschluss geflossenen 700 Bundes-Millionen könnte sich die der Gesamtbedarf an Kapitaleinschuss vom Bund im Gesamtjahr 2013 in Summe auf 1,7 bis 2 Milliarden Euro belaufen. Es sei denn, es ginge sich im Eilverfahren noch eine so genannte "Bad Bank" aus, in die faule Kredite und unverkäufliche Assets ausgeparkt werden könnten. Eine solche Abbaubank würde den unmittelbaren Kapitalbedarf in der Bank selbst verringern, dürfte allerdings entsprechend hohe Bundesgarantien für ein Abbauvehikel erfordern.

Milliardengrab Hypo könnte noch teurer werden
Das Milliardengrab Hypo Alpe Adria hat bisher mehr als 3,8 Milliarden Euro an Steuergeld verschlungen. Zuletzt hatte die EU-Kommission Anfang September im Beihilfeverfahren die gigantische Summe von bis zu 11,7 Milliarden Euro an möglichen österreichischen Staatsbeihilfen für die Hypo durchgewunken. Darin wurde gebilligt, was der Staat bisher schon in die Krisenbank gepumpt hat und was im schlimmsten Fall noch nötig werden könnte.

Im Extremfall könnten - sieht man von den bisher hineingesteckten Steuergeldern ab - bis 2017 noch rund 5,4 Milliarden Euro an neuen Kapitalzuschüssen gebraucht werden. Dazu könnten noch milliardenschwere Liquiditätshilfen kommen.

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