"Tat provoziert"

NZ: Polizei demütigte Opfer von Vergewaltigung

Ausland
07.11.2013 10:26
Wegen angeblich schlampiger Ermittlungen gegen eine Vergewaltigungsbande, die im Internet ihre minderjährigen Opfer suchte, ist die neuseeländische Polizei massiv unter Druck geraten. Nach den Vorwürfen ordnete Polizeiministerin Anne Tolley am Donnerstag eine interne Untersuchung an. Unter anderem wird den Ermittlern vorgeworfen, sie hätten einem damals 13-jährigen Mädchen gesagt, durch das Tragen eines Rocks habe es seine Vergewaltigung provoziert.

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass eine Bande von jungen Männern im Teenageralter, die sich "Roast Busters" nannte, ihre Opfer offenbar systematisch betrunken gemacht und vergewaltigt hatte. Die Täter sollen die Mädchen, von denen das jüngsten 13 Jahre alt war, über Facebook gefunden haben. Dort demütigte die Gruppe ihre Opfer später mit hämischen Kommentaren und Videoclips.

Premierminister John Key, der die mutmaßlichen Taten zuvor bereits als "abscheulich" verurteilt hatte, erklärte am Donnerstag vor dem Parlament, die Arbeit der Polizei sei "ehrlich gesagt nicht gut genug" gewesen. Er sei enttäuscht, dass die Minister seiner Regierung Details zu dem Fall aus den Medien erfahren hätten, anstatt umfassend von der Polizei informiert zu werden. Vor allem aber sei es wichtig, dass die Ermittler den Vorwürfen sorgfältig nachgingen und die mutmaßlichen Opfer entsprechend unterstützt würden.

Polizei wusste seit zwei Jahren von Vergewaltigungsserie
Nach Bekanntwerden des Falls hatte die Polizei erklärt, sie habe seit ungefähr zwei Jahren von der Vergewaltigungsbande gewusst, sei aber nicht tätig geworden, weil keines der mutmaßlichen Opfer habe aussagen wollen. Später stellte sich aber heraus, dass sich seit dem Jahr 2011 vier Mädchen sehr wohl an die Polizei gewandt hatten. Eines davon gab eine formale Erklärung über das Geschehene ab, die auch gefilmt wurde.

Das Mädchen, dessen Identität nicht öffentlich gemacht wurde, sagte dem Fernsehsender TV3 am Mittwochabend, die Ermittler hätten ihr gesagt, "dass ich nicht genügend Beweise hätte". Zudem hätten ihr die Beamten vorgeworfen, zum Tatzeitpunkt einen Rock getragen und dadurch die Vergewaltigung geradezu herausgefordert zu haben.

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