In Österreich gibt es für viele Handwerksberufe keinen Nachwuchs. Ein eklatanter Fachkräftemangel ist die Folge. In Stoob ist das anders. Da können die Schüler der Keramikfachschule ihr Wissen schon während der Ausbildung nutzen und sich zu gefragten Fachkräften von morgen entwickeln.
Die 19-jährige Anja Hartig aus Eisenstadt gehört zu jenen jungen Erwachsenen, die um die hohe Nachfrage nach Handwerkern und deren guten Berufschancen weiß. Sie besucht die Landesfachschule „Ceramico“ in Stoob und steht kurz vor dem Abschluss. Ihr Ziel nach der Matura: eine Karriere in der Fliesentechnik. Schon jetzt wird Hartig nicht nur in der Theorie auf das Berufsleben vorbereitet, sondern darf auch in einer erstklassigen Umgebung an realen Projekten arbeiten.
Erster Job im Haus
Aufgrund ihrer Motivation hat sich die Schülerin sogar eine Praktikumsstelle in der hauseigenen Prüfanstalt der „Ceramico“ erkämpft. Besonders fasziniert sie die Messung der Rutschsicherheit von Bodenbelägen. Dabei steht sie als „Probandin“ selbst auf den zu testenden Fliesen – gesichert durch einen Gurt, während deren Neigungswinkel so lange erhöht wird, bis der Halt auf der „Schiefen Ebene“ verloren geht: „Ich fürchte mich immer vor dem bevorstehenden Gefühl des Fallens, aber ich liebe die Herausforderung, jedes Mal erneut an meine Grenzen zu gehen.“
Sanierungsarbeiten laufen auf Hochtouren
Im Herbst wird Hartig in einer hochmodernen Werkstatt ihre Fähigkeiten weiterentwickeln. Denn bereits im Sommer wird die neue Werkstätte des Campus, die gerade renoviert wird, bezugsfertig. Sie wird moderne Räumlichkeiten für die Berufsschule und die Keramikfachschule, eine Prüfanstalt sowie Produktionsflächen umfassen. Mit der Fertigstellung des neuen Schulgebäudes 2026 können dann bis zu 200 Schüler in einem innovativen und nachhaltigen Umfeld ihre Ausbildung absolvieren.
Investition in die Zukunft
„Stoob ist als Zentrum für Keramik und Ofenbau bekannt. Die Entscheidung, die Bildungseinrichtung weiter auszubauen, ist ein klarer Schritt zur Stärkung des Standorts“, sagt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. „Wir investieren hier in die Zukunft. Mit diesem Konzept sorgen wir für Fachkräfte, schaffen Synergieeffekte zwischen Bildung und Wirtschaft und sichern einen wichtigen Teil der burgenländischen Identität.“ Der neue Schulcampus sei ein Vorzeigeprojekt, der Ausbildung, Forschung, Produktion sowie Prüfstelle und Sachverständigendienst unter einem Dach vereine.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.