Nach diesem Rückzieher ist Trump nicht mehr der Alte. Er hat seinen diabolischen Zauber verloren, vor dem alle Politiker, vor allem die Republikaner im Kongress, ihre Menschenwürde abgelegt hatten. Diese Macht wird er nicht mehr zurückbekommen, ganz einfach deshalb, weil sich niemand mehr vor seinen Drohkulissen fürchtet.
Es war allerhöchste Zeit gewesen. Erst die Rebellion der Wall Street konnte den Geisterfahrer im Weißen Haus stoppen. Das Finanz- und Wirtschaftsgefüge war schon nahe dem Kollaps. Tiefe Narben werden dennoch zurückbleiben.
Die 90-Tage-Pause (nur bei den letzten Super-Zöllen) für alle außer China ist eine gesichtswahrende Frist für den Ausstieg aus dem Zoll-Wahnsinn. Die Notbremsung ist auch ein Sieg für den Zollgegner Elon Musk, der es mit dem Präsidenten und seinen verrückten Beratern aufnahm.
Trump hatte den Bogen überspannt, als er vor seinen Claqueuren schwadronierte, die Staatsführer der Welt würden jetzt zum Präsidenten der USA pilgern, „um seinen A zu küssen“. Mit diesem Gossenjargon aus der Welt der New Yorker Immobilienmafia hatte Trump selbst verraten, dass es ihm nicht um Handelsausgleich geht, sondern um Gehorsam der Welt.
Von seiner Strafaktion gegen die ganze Welt bleibt nun das epochale Ringen mit China übrig, dem größten Handelspartner und strategischen Rivalen der USA zugleich. Für beide ist es nicht nur eine Handelsfrage.
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