Di, 16. Juli 2019
28.08.2013 11:02

US-Klimainitiative:

Hurrikans nach unliebsamen Politikern benennen

Andrew, Sandy, Ivan, Katrina - seit beinahe 60 Jahren benennt die Weltorganisation für Meteorologie Hurrikans mit gängigen englischen Vornamen. Unzählige Menschen stehen unfreiwillig Pate für die zerstörerischen Naturereignisse. Die US-Initiative ClimateNameChange.org hat nun eine Petition für neue Hurrikan-Namen gestartet. Damit sollen nicht nur unschuldig zum Handkuss gekommene Menschen mit Wirbelsturm-Namen entlastet, sondern vor allem unliebsame Politiker an den Pranger gestellt werden.

Geht es nach den Initiatoren, sollen prominente Volksvertreter, die den Klimawandel in der Vergangenheit geleugnet haben, die neuen Hurrikan-Patrone werden. Ein Video zeigt, wie sich die Wetterberichte in Zukunft anhören könnten, wenn etwa vor Hurrikans mit den Namen hochrangiger US-Politiker wie John Boehner, Rick Perry oder Paul Ryan gewarnt wird.

Bachmann: Klimawandel ist "Voodoo" und "Schwindel"
Eine mögliche Patin ist die republikanische Abgeordnete Michele Bachmann (Bild 1), die die globale Erwärmung in Abrede stellt. Sie vertrat gegenüber US-Medien die Auffassung, Kohlendioxid sei ein "natürliches Produkt" und könne daher nicht schädlich sein. Der Klimawandel sei "Voodoo" und "Schwindel".

Der republikanische Senator von Florida, Marco Rubio (Bild 2), bietet sich laut "Climate Name Change" ebenfalls als Namensgeber für Wirbelstürme an. Das Aushängeschild der Neokonservativen lehnt nicht nur die Einwanderungspolitik von Präsident Barack Obama ab und macht sich dafür stark, das Recht auf Abtreibung einzuschränken, sondern bezweifelt auch vehement, dass der Klimawandel vom Menschen versursacht werde.

Auch Gouverneur von Texas auf Liste der Hurrikan-Patrone
Geht es nach den Vorschlägen der Klimaschutzorganisation, könnte der nächste Hurrikan gut und gerne den Namen des Gouverneurs von Texas, Rick Perry (Bild 3), tragen. Dieser sprach sich in der Vergangenheit gegen die Regulierung von Treibhausgasemissionen aus, die "verheerende Auswirkungen" auf die Wirtschaft hätten. Der Sprecher des Repräsentantenhauses, John Boehner (Bild 4), hatte sich in der Vergangenheit ebenso mehrfach in diese Richtung geäußert. Bei der Verabschiedung des Klimaschutzgesetzes 2009 warnte er etwa vor einem Verlust von Arbeitsplätzen und einer finanziellen Belastung für die Konsumenten.

Auch der republikanische Vizepräsidentschaftskandidat bei den Wahlen im Vorjahr, Paul Ryan (Bild 5), steht am Pranger von "Climate Name Change". Er hatte unter anderem behauptet, die Klimaforscher würden "statistische Tricks" anwenden, um ihre Erkenntnisse zu verzerren und die Öffentlichkeit bewusst in die Irre zu führen. "Ich habe keine Ahnung, was Paul Ryan meinen Freunden antun kann, die noch immer irgendwo draußen im Sturm sind", wird ein fiktives Hurrikan-Opfer in der dramatischen TV-Sendung der Zukunft zitiert.

Unterschreiben, "bevor John Boehner Ihre Stadt wegfegt"
Am Ende des Clips folgt der Appell, die Petition für ein neues Namenssystem zu unterschreiben, "bevor John Boehner Ihre ganze Stadt wegfegt". Ihr erstes Ziel haben die Initiatoren schon beinahe erreicht: Mittwoch Mittag fehlten noch etwa 2.500 Unterschriften auf die angestrebten 25.000 Unterstützungserklärungen.

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