Um die halbjährliche Zeitumstellung wird seit Jahren intensiv gerungen. Die einen plädieren für eine Abschaffung, andere wollen daran festhalten. Nun macht ein neuer Vorschlag zweier Forscher die Runde: Sie wollen die Umstellung verschieben. Heuer werden die Zeiger in der Nacht auf den 30. März von 2 auf 3 Uhr vorrücken.
Über die Zeitumstellung werde derzeit falsch diskutiert, sind Jorge Mira von der Universität von Santiago de Compostela und José María Martín-Olalla von der Universität von Sevilla überzeugt: Der Lebensrhythmus der Menschen werde dadurch in Bezug auf die Sonne keineswegs verschoben, sondern werde durch die Umstellung der morgendliche Beginn aller Aktivitäten wieder an den Sonnenaufgang angepasst.
Das erste Aprilwochenende sei für die Umstellung im Frühjahr besser geeignet als der letzte Sonntag im März. Dann würden günstigere morgendliche Lichtverhältnisse für einen guten Start in den Tag erwischt.
Sommerzeit Anfang Oktober enden lassen
Aus physiologischer Sicht wäre es zudem sinnvoll, die Sommerzeit in der EU Anfang statt Ende Oktober enden zu lassen. Starte die Sommerzeit zu früh, werde ein größerer Anteil der menschlichen Aktivitäten in die dunklen Morgenstunden verlegt, so die zwei spanischen Forscher.
Die Rückkehr zur Winterzeit sollte entsprechend erfolgen, bevor der Hauptaktivitätsbeginn vor Sonnenaufgang liege. In diesem Jahr werden die Uhren am 30. März um eine Stunde vor- und 26. Oktober wieder zurückgestellt.
Für Menschen, die halbjährlich sehr unter der Zeitumstellung leiden, hat das spanische Forscher-Duo einen Rat: voranpassen. Der Wecker könne, jeweils drei Wochen vor dem Termin beginnend, wöchentlich um eine Viertelstunde in Richtung der „neuen“ Zeit verstellt werden.

Ratsvorsitz konsultiert EU-Mitgliedstaaten
Dabei liegt seit 2018 ein EU-Vorschlag auf dem Tisch, den halbjährlichen Wechsel zwischen Winter- und Sommerzeit abzuschaffen. Polen – das zurzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat – sondiert derzeit, wie die anderen EU-Staaten zu dem Vorschlag stehen. Große Hoffnung auf eine baldige Lösung hat man aber nicht.
„Da die Kommission in ihrem jüngsten Arbeitsprogramm beschlossen hat, den Vorschlag nicht zurückzuziehen, planen wir, die Mitgliedstaaten informell zu konsultieren, um herauszufinden, ob es noch möglich ist, den Vorschlag voranzutreiben“, heißt es in einem Statement des polnischen Ratsvorsitzes gegenüber der APA. „Wir sind uns bewusst, dass der Vorschlag seit 2018 auf dem Tisch liegt und bisher von den Mitgliedstaaten nur begrenzt unterstützt wurde.“
Bei Abschaffung droht in Europa Fleckerlteppich
Der Vorschlag der EU-Kommission sieht vor, dass es zu keinen Zeitumstellungen mehr kommt. Jedem Mitgliedstaat der Union sollte es aber überlassen werden, ob er ganzjährig auf Sommer- oder Winterzeit umstellt.
Aus vielen Ländern kamen Bedenken gegen diesen Plan, da unter anderem für die Wirtschaft eine einheitliche Zeitzone wünschenswert erscheint, zumindest in Mitteleuropa. Das offizielle Österreich bevorzugt übrigens eine ständige Sommerzeit als Standardzeit.
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