Die Deutschen können es nicht lassen, um des Kaisers Bart zu streiten – erst beim Kippen der Schuldenbremse, jetzt beim Verteilen des Geldsegens aus genau diesem alle Rekorde sprengenden „Sondervermögen“ von 500 Milliarden Euro und mehr.
Wobei die Wortschöpfung „Sondervermögen“ (am Budget vorbei) eine besonders perfide Wortverdrehung ist, um das Volk hinters Licht zu führen. Ein Vermögen ist es nur für die Regierenden, für die Steuerzahler sind es aber „SonderSCHULDEN“, die jetzt der nächsten Generation aufgesattelt werden.
Zugegeben: Es handelt sich um einen Sonderfall, weil Deutschland ein Notfall geworden ist: Dieses Ausmaß an Fehlern und Versäumnissen aus über zwei Jahrzehnten, dieser Niedergang, kann jetzt nur noch durch einen gewaltigen Investitionsanstoß bewältigt werden. Dazu nimmt der kommende Bundeskanzler Merz in Kauf, sein Wahlkampfversprechen (oder Wahlkampflüge?) „Sparen! Sparen! Sparen!“ gebrochen zu haben.
Werden die Deutschen die Aufholjagd schaffen? Die Nachkriegsgeneration hatte Wunder vollbracht. Aber das waren andere Zeiten. Deutschland war im Erfolg satt und träge geworden.
Der Nachbar Österreich hat das größte Interesse am Erfolg Deutschlands. Unser Problem steht umgekehrt zu jenem von Deutschland: Wir müssen jetzt sparen, weil unsere Regierungen in den letzten Jahren zu viel Geld ausgegeben haben.
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