21-Stunden-Schichten

Bank-Praktikant in GB arbeitete nächtelang – tot

Ausland
21.08.2013 07:31
Ein 21-jähriger deutscher Praktikant der Bank of America ist in London gestorben, nachdem er laut einem Zeitungsbericht nächtelang durchgearbeitet hatte. Das US-Bankhaus bestätigte am Dienstag den Tod des jungen Mannes, der in der Londoner Niederlassung tätig war, gab jedoch keine weitere Stellungnahme über die Hintergründe ab.

Der Deutsche habe gerade die sechste Woche seines insgesamt siebenwöchigen Praktikums absolviert, sagte ein Banksprecher. Angaben zu den Arbeitszeiten des Verstorbenen beziehungsweise der Praktikanten allgemein machte er nicht. Laut der britischen Tageszeitung "The Independent" hatte der junge Mann jedoch nächtelang durchgearbeitet - seine letzten drei Arbeitstage dauerten demnach jeweils 21 Stunden.

Mitbewohner fanden Leiche in Dusche
Die Leiche des jungen Mannes wurde am vergangenen Donnerstag von Mitbewohnern in der Dusche des Apartments gefunden. "The Independent" zitierte einen anderen Praktikanten, wonach der Deutsche "innerhalb von zwei Wochen acht Nächte nicht geschlafen hat".

Ob tatsächlich die exzessiven Überstunden zum Tod des jungen Mannes geführt haben, soll nun eine Obduktion klären. Zudem gab es Berichte über eine Epilepsie-Erkrankung des Deutschen. Ein britischer Kardiologe betonte gegenüber "The Independent", dass Praktikanten in der Finanzwirtschaft einer "sehr großen gesundheitlichen Belastung" ausgesetzt seien. "Auch wenn wir nicht wissen, was den Tod des jungen Mannes verursacht hat, wissen wir, dass ausgedehnte Überstunden - vor allem Nachtschichten - eine zusätzliche Gefahr für die Gesundheit bedeuten", erklärte Aseem Malhotra.

Überstunden als notwendiges Übel
Praktikantenkollegen des 21-Jährigen, die anonym bleiben wollten, erzählten der Zeitung über den Alltag in ihren Abteilungen und wiesen darauf hin, dass es völlig normal sei, ständig Überstunden zu schieben. Die Aussicht auf eine gut bezahlte Top-Position sei für viele eine Belohnung, für die der gesundheitsschädigende Arbeitskampf ein notwendiges Übel darstellt.

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