Tragödie in den USA

Bub (3) erschoss sich – Vater steht zu Waffenrecht

Ausland
20.08.2013 18:46
Ein dreijähriger Bub hat sich in den USA beim Hantieren mit einer Pistole selbst erschossen. Die Kugel habe Damon Holbrook (re. im Bild) in den Kopf getroffen, berichtete der Nachrichtensender CNN. Das Kind hatte die geladene und ungesicherte Waffe demnach am Sonntag in einem Schlafzimmerkasten seines Elternhauses entdeckt. Erste Reaktion des Vaters des Kleinen: Er verteidigte trotz des tragischen Verlustes in einem Facebook-Posting das Recht auf Waffenbesitz.

Die Pistole gehörte einem Familienfreund, der zum Zeitpunkt des Vorfalls in dem Haus in der kleinen Ortschaft Dundee im US-Bundesstaat Michigan wohnte. Der 30-Jährige besaß Medienberichten zufolge einen Waffenschein und eine Lizenz, die Pistole versteckt bei sich zu tragen. Das habe er auch am Sonntag getan, als er zur Arbeit in einem Restaurant gegangen sei. 

Pistole lag in unverschlossenem Behälter
Nach der Rückkehr am Nachmittag habe er die Waffe eigenen Angaben zufolge in einem Behälter deponiert - und diesen unverschlossen auf den Boden in dem Schlafzimmerkasten gestellt. Danach habe er das Zimmer verlassen, ohne die Tür abzusperren. Fünf Minuten später fiel der fatale Schuss, der dem kleinen Damon das Leben kostete. Die Kugel traf den Dreijährigen in den Kopf, für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Waffenbesitzer angeklagt
Der Waffenbesitzer wurde der Lokalzeitung "Toledo Blade" zufolge bereits am Montag wegen "unvorsichtigen Abfeuerns einer Waffe mit Tod oder Verletzung als Folge" angeklagt. Darauf stehen bis zu zwei Jahre Haft sowie 2.000 Dollar Geldstrafe. Ein noch schwerer wiegender Anklagepunkt könnte aber noch folgen, zitierte die Zeitung die Staatsanwaltschaft.

Opfer-Vater empört mit Facebook-Eintrag
Mit Unverständnis und Empörung reagierten Internetuser in den USA unterdessen auf einen Facebook-Eintrag von Damons Vater, Hal Holbrook. Dieser zeigte sich zwar am Tag nach dem tragischen Tod des Dreijährigen bestürzt über den Verlust seines Kindes, erklärte aber zugleich in einem Posting auf der Social-Media-Plattform (Bild), dass der Vorfall nichts an seiner Haltung, das Recht auf Waffenbesitz betreffend, ändere. Zusatz des Mannes: Man möge Schusswaffen allerdings bitte sicher verwahren.

In den USA sind immer wieder Kinder an tödlichen Zwischenfällen mit Schusswaffen beteiligt. Erst im Mai hatte ein Fünfjähriger im US-Bundesstaat Kentucky versehentlich seine zweijährige Schwester mit einem Kindergewehr erschossen. Kurz zuvor tötete in New Jersey ein Vierjähriger mit einem Gewehr einen Sechsjährigen. In Tennessee erschoss ein ebenfalls Vierjähriger mit einer Pistole eine 48-Jährige. In allen Fällen waren die Waffen geladen und ungesichert.

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