Das Theater in der Walfischgasse zeigt ein Schrammel-Konzert zwischen Ironie und Nostalgie von André Heller: ein „Remassuri“, das Glücksgefühle entfacht!
Beim Theaterbesuch ist bekanntlich mit vielerlei zu rechnen. Aber dieser Effekt ist neu: dass man glücksbeschwipst eine Aufführung verlässt und nicht weiß, warum. Im kleinen Theater in der Walfischgasse bestreiten die ausgezeichneten Neuen Wiener Concert-Schrammeln (das Akkordeon ersetzt die G-Klarinette) mit drei wacker dudelnden Damen und den schrägen Gespenstern der Pantomimengruppe Mummenschanz ein Programm bekannter Wienerlieder und alter Heller-Hits. Die drei namhaften Ideengeber – Heller selbst, Ursula Strauss und Ernst Molden – treten gar nicht auf, ihr Beitrag ist entsprechend schwer zu greifen. Die bekanntesten Mitwirkenden sind Kasperl und Pezi von der Urania-Bühne, wenn man von Qualtinger, Hans Moser und Paul Hörbiger (von einer verzückten Dame im Publikum mit „Jö, der Meinrad“ begrüßt) auf der kleinen Retro-Leinwand absieht.
Aber mag es die vorzügliche Qualität der vier Musiker sein; die Magie einer Zeit, an die man sich als älteres Semester noch erinnert, obwohl es sie gar nie gegeben hat; oder das unglaublich prominente Publikum mit Michael Haneke und Salzburgs Festspielintendanten Hinterhäuser an der Spitze: In der knappen Stunde „Remassuri“ – so nannte man einst ein freudvolles Durcheinander – entsteht eine Aura der Wehmut und des Glücks, die einen schwerelos hinaus in den Frühlingsabend trägt.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.