Auf Promi-Insel

Familie, Fans, Pommes und Golf: Obama macht Urlaub

Ausland
14.08.2013 14:02
Selbst in seinem Urlaub sind die Journalisten Barack Obama dicht auf den Fersen. Mehrmals täglichen schicken Reporter der "Washington Post" oder der "New York Times" frische Infos über den US-Präsidenten für den sogenannten Pool-Bericht des Weißen Hauses. So bleiben Journalisten, die ihn nicht auf die Promi-Insel Martha's Vineyard begleiten können, trotzdem im Bilde über den "POTUS", wie der "President of the United States" in den Berichten abgekürzt genannt wird.

Der "Pool-Bericht" liest sich zum Beispiel so: "Exakt um 12.36 Uhr rollt die präsidiale Gefolgschaft vom Anwesen in Chilmark und fährt Richtung Oak Bluffs und dann zu Nancy's Restaurant im Hafengebiet. Ankunft um 12.55 Uhr. Obama begrüßt die Menschenmenge im Nieselregen. Er trägt einen blauen Fleece-Pullover, eine Baseball-Mütze der Chicago White Sox und Turnschuhe. Dann bestellt er sich frittierte Garnelen, Austern, Zwiebelringe und Pommes. Die Menschen winken und machen Fotos, als Obama sein Essen am Schanktisch abholen geht." Bald merkt man: Der Pool-Bericht liefert Informationen, wo keine Nachrichten sind - denn auch der Präsident muss einmal Urlaub machen.

Zeit mit Familie und zum Golfen
Vor allem seine Familie soll während des Urlaubs mehr vom amerikanischen Staatschef haben als sonst. Der 52-Jährige verbringt seine Sommerferien zusammen mit seiner Frau Michelle (49), den Töchtern Sasha (12) und Malia (15) und Hund Bo auf der Insel im US-Bundesstaat Massachusetts. Neben der Familie ist natürlich auch Golf spielen ein wichtiger Programmpunkt im Urlaub. Begleitet wird Obama vom Präsidentenkoch Sam Kass, dem Reisedirektor des Weißen Hauses Marvin Nicholson und dem Wall-Street-Experten Robert Wolf.

Die Urlaubstage kann der "POTUS" gut gebrauchen, er blickt nicht gerade auf die rosigste Phase seiner Präsidentschaft zurück. Die Euphorie nach der Wiederwahl im November 2012 ist nach turbulenten Monaten ziemlich abgekühlt. Bei seinen politischen Zielen musste der Präsident deutliche Abstriche machen: Im April war die geplante Verschärfung der Waffengesetze im Senat gescheitert. Die Reform des Einwanderungsgesetzes, die rund elf Millionen Menschen ohne gültige Papiere in den USA den Status der Legalität verleihen soll, hängt noch im Kongress. Eigentlich hätte das bis zum Sommer erledigt sein sollen.

Obamas urlauben gerne auf der Promi-Insel
Es ist bereits das vierte Mal, dass die Obamas auf der Promi-Insel Martha's Vineyard Urlaub machen. Bisher hatten sie im Ferienhaus "Blue Heron Farm" auf einem 11,5 Hektar großen Grundstück residiert. Nachdem das Haus 2011 verkauft worden war, musste sich die Präsidentenfamilie in diesem Jahr eine neue Unterkunft suchen. Das neue Ferienhaus hat Meerblick, verfügt über einen Swimmingpool und einen kleinen Basketballplatz.

In den vergangenen Jahren stand die Wahl des kostspieligen Urlaubsortes bei Obamas Kontrahenten in der Kritik. Martha's Vineyard gilt als das Sylt Nordamerikas, viele Prominente und betuchte Amerikaner haben hier Villen.

Auf der rund 16.500 Einwohner zählenden Elite-Insel verbrachten auch andere demokratische Präsidenten ihren Familienurlaub. Schon die Kennedys zogen es vor, ihre Ferien lieber hier als in der offiziellen "Erholungsanlage" der US-Präsidenten in Camp David zu verbringen. Die berühmte Familie ist auch auf tragische Weise mit der Insel verbunden: John F. Kennedy Jr. verunglückte 1999 unweit mit seinem Flugzeug. Auch die Clintons verbrachten hier viele ihrer Sommerferien.

Anwohner von hohem Besuch nicht begeistert
Anrainer auf Martha's Vineyard sind vom präsidialen Besuch allerdings wenig begeistert: Für die Dauer von Obamas Aufenthalt wird aus Sicherheitsgründen eine Hauptverkehrsstraße gesperrt. Ein Beamter der Stadt hatte den verstimmten Bewohnern im Vorfeld empfohlen, sich am besten direkt beim Weißen Haus zu beschweren.

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