„Krone“-Kommentar

Es gärt im Iran-Regime

Kolumnen
07.03.2025 06:00

Der Wirtschaftsminister, ein Moderater, vom Parlament (der Hardliner) des Amts enthoben, der Vizepräsident, ebenfalls ein Moderater, reicht aus Solidarität seinen Rücktritt ein, und dem obersten Führer Ali Khamenei, demnächst 86 und bei angeschlagener Gesundheit, schwächelt die eiserne Faust. Es läuft gar nicht gut für das iranische Regime. Die Macht nach außen ist zerschlagen, die Macht im Inneren im Wanken, die Wirtschaft am Boden.

Machtgerangel ist an und für sich nichts Neues in dem 46 Jahre alten Mullah-Regime. Es hat ein großes Geschick darin, nach außen die Fassade einer geschlossenen Trutzburg darzustellen. Immer wieder wurden Protestwellen im Keim erstickt. Die Leidensfähigkeit des iranischen Volkes ist erstaunlich.

Doch langsam geht nun diesem widernatürlichen Regime die Luft aus. Alles, was an alter nationaler Substanz vorhanden war, ist vergeudet, ist verbraucht. Der Revolutionsführer Ali Khamenei, seit 36 Jahren im Amt, kann nicht mehr liefern.

Bei den Wahlen im Vorjahr ließ er moderate Kräfte hochkommen, die das verrostete Regime reparieren sollten. Aber die Hardliner im Machtapparat wollen keinen Zentimeter weichen, leisten Widerstand gegen kleinste Reformen.

Es wiederholt sich die Gesetzmäßigkeit von Diktaturen: je brüchiger das Regime, desto härter der innerste Kern. Dieser muss isoliert werden, bevor sich etwas ändert.

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