03.08.2013 09:33 |

Unruhen in Ägypten

Al-Kaida-Chef wirft USA Komplott gegen Mursi vor

Nach den seit Monaten andauernden Unruhen in Ägypten und dem Sturz von Mohammed Mursi hat sich jetzt der Chef des Terrornetzwerks Al-Kaida, Ayman al-Zawahiri, eingeschaltet. Al-Zawahiri wirft den USA eine Verschwörung gegen die ägyptische Regierung vor. Die USA sollen mit dem ägyptischen Militär, Säkularen und Christen in Ägypten gemeinsame Sache gegen Mursi gemacht haben, heißt es.

"Kreuzfahrer und Säkulare und die amerikanisierte, ägyptische Armee haben sich zusammengeschlossen mit Geld vom Golf und amerikanischer Planung, um Mursis Regierung zu stürzen", heißt es in der Botschaft mit Bezug auf den 3. Juli, dem Tag der Entmachtung Mursis durch die ägyptische Armee. Den koptischen Christen wirft der Al-Kaida-Chef vor, den Umsturz unterstützt zu haben, um einen Koptenstaat im Süden Ägyptens zu errichten.

Weiters werden die Anhänger des gestürzten Mursi aufgefordert, für die Einsetzung der Scharia zu kämpfen. Al-Zawahiri drängt die Muslimbrüder und andere Anhänger Mursis, sich von der Demokratie abzuwenden und für eine Regierung auf Grundlage des islamischen Rechts einzusetzen.

"Demokratie taugt nichts"
Die Legitimität liege nicht in Wahlen und Demokratie, sondern in der Scharia, heißt es. "Was in Ägypten geschehen ist, ist der beste Beweis, dass Demokratie als Weg zur islamischen Herrschaft nicht tauge", so Al-Zawahiri, der selbst Ägypter ist. Er ist der Nachfolger des im Mai 2011 getöteten Osama bin Laden an der Spitze Al-Kaidas. Am Donnerstag hatten die USA die Absetzung von Mursi als Wiederherstellung der Demokratie gerechtfertigt und sich damit den Zorn der Muslimbrüder zugezogen.

Die Lage in Ägypten blieb unterdessen gespannt. Am Freitag war es in Kairo wieder zu Zusammenstößen zwischen demonstrierenden Muslimbrüdern und der Polizei gekommen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Das Militär hatte den ersten frei gewählten Präsidenten des Landes am 3. Juli abgesetzt und hält ihn an einem geheim gehaltenen Ort fest. Mursi wird von seinen Gegnern vorgeworfen, einen muslimisch-orthodoxen Staat anzustreben und etwa Frauen- und Bürgerrechte aushebeln zu wollen.

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